Prisma http://prisma.blogsport.de interventionistische Linke Leipzig Thu, 02 Aug 2018 19:49:11 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Aufruf zur Seebrücken-Demo in Leipzig, 04. August http://prisma.blogsport.de/2018/08/02/aufruf-zur-seebruecken-demo-in-leipzig-04-august/ http://prisma.blogsport.de/2018/08/02/aufruf-zur-seebruecken-demo-in-leipzig-04-august/#comments Thu, 02 Aug 2018 19:48:06 +0000 Administrator Allgemein Antirassismus Positionen Inter-/Transnational Presse Recht auf Stadt http://prisma.blogsport.de/2018/08/02/aufruf-zur-seebruecken-demo-in-leipzig-04-august/ SEEBRÜCKE – machen wir Leipzig zum sicheren Hafen!

Aufruf der #Seebrücken Bewegung zur Demonstration am 04.08.2018 in Leipzig:

Über 35.000 Menschen sind seit dem Jahr 2000 an den europäischen Außengrenzen ums Leben gekommen. Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Statt die Grenzen durch rechte Hetzer wie Salvini, Seehofer oder Kurz dicht machen zu lassen, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte, und sichere Häfen.

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder sich noch auf der Flucht befinden.

In diesen Minuten, Stunden und Tagen laufen weiterhin Boote aus den Häfen Libyens aus und die Menschen darauf werden keine Hilfe erhalten, denn nach der Festsetzung vieler privater Rettungsschiffe ist kein einziges mehr auf dem Mittelmeer unterwegs. Das heißt: Jeden Tag sterben Menschen auf dem Weg nach Europa. Das ist eine unfassbare humanitäre Katastrophe, ausgelöst durch politische Entscheidungen und die daraus folgende Abschottung Europas.
Seehofers Plan ist es, keine Rettungsschiffe mehr auslaufen zu lassen. Wir wollen genau das Gegenteil. Seenotrettung ist kein Verbrechen, sondern eine Pflicht! Wir werden nicht weiter schweigend dieser Kriminalisierung zusehen!

Wir dürfen dabei nicht abwarten, bis sich die Regierungen in Berlin, Brüssel oder sonst wo bewegen. Auch Leipzig kann etwas verändern. Leipzig kann dem Beispiel von Städten wie Barcelona oder Berlin folgen und sich zum sicheren Hafen für Geflüchtete und Menschen in Not erklären. Dies wäre Ausdruck der praktischen Umsetzung von Menschenrechten und von Solidarität, die in unserer Gesellschaft gerade vermisst wird. Es wäre auch Leipzigs Chance der menschenfeindlichen Politik der CDU in Sachsen konkret etwas entgegenzusetzen. Denn wir wollen keine sogenannten Anker- oder Transitzentren, keine geschlossenen Grenzen und keine Abschiebungen in Regionen aus den Menschen gerade geflohen sind. Leipzig hat nun die Pflicht das selbstgewählte Label der „Weltoffenen Stadt“ wirklich ein mal mit Leben zu füllen!

Lasst uns Seebrücken bauen. Lasst uns Leipzig zu einem sicheren Hafen machen. Kommt zur Demonstration durch die Leipziger Innenstadt und ergreift selbst Initiative.
Orange ist unsere Farbe!

Samstag, 04.08.2018 | 16 Uhr am Simsonplatz vor dem Bundesverwaltungsgericht


seebrückeleipzig@riseup.net
Für die Presse: 015218412430

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Ostritz – Plädoyer für einen solidarischen Support http://prisma.blogsport.de/2018/06/05/ostritz-plaedoyer-fuer-einen-solidarischen-support/ http://prisma.blogsport.de/2018/06/05/ostritz-plaedoyer-fuer-einen-solidarischen-support/#comments Tue, 05 Jun 2018 09:33:08 +0000 Administrator Allgemein Antirassismus Positionen Aktionsbericht Presse http://prisma.blogsport.de/2018/06/05/ostritz-plaedoyer-fuer-einen-solidarischen-support/ Wie sinnvoll sind antifaschistische Interventionen aus der Großstadt im ländlichen Raum? Was kann das Ziel solcher Aktionen sein? Können sie nachhaltig wirken und wie kann die Interaktion mit Strukturen vor Ort gelingen? Anne und Philipp von Prisma Leipzig mit einigen Antworten.

Der Text wurde zu erst auf dem Debattenblog der Interventionistischen Linken veröffentlicht.

In diesem Text wollen wir uns mit diesen Fragen, insbesondere mit Fokus auf den Protest gegen das neonazistische »Schild und Schwert«-Festival in Ostritz auseinandersetzen. In Sachsen war das Wirken für emanzipatorische Kräfte nie wirklich einfach. Eine CDU, die sich als Staatspartei begreift und Problemanzeigen als Nestbeschmutzung diffamiert, erschwerte die Situation für viele Aktive, zusätzlich zu den Kameradschaften und Nazigruppen, die nach wie vor überall im Freistaat ihre Rückzugsmöglichkeiten haben.

Das krasse Bundestagswahlergebnis der AfD von deutlich über 20% in Sachsen zeigt, auf wie viel Zustimmung rassistische und andere diskriminierende Einstellungen in der so genannten “Mitte der Gesellschaft« stoßen. Linke und emanzipatorische Kräfte befinden sich heute, in Folge einer drastischen Diskursverschiebung nach rechts, einhergehend mit dem Trend zur drastischen Ausweitung von Überwachungs- und Eingriffsbefugnissen, in der Defensive.

Das Auftreten von Akteur*innen aus der rechten Szene wird zudem zunehmend selbstbewusster. Rechte Strukturen suchen den öffentlichen Raum. Wie erfolgreich sie darin sind, zeigt sich nicht zuletzt an der großen medialen Aufmerksamkeit, die etwa der Identitären Bewegung zu Teil wird. Insbesondere die Neue Rechte findet immer neue Formate für ihr Auftreten. Aber auch Rechtsrockkonzerte finden wieder in sehr viel größerer Zahl statt, als noch vor ein paar Jahren.

Konzerte, Sportevents und Familienfeste dienen rechten Strukturen als Plattformen für Austausch, Vernetzung und binden gleichzeitig durch den Freizeitcharakter Menschen fester an die Strukturen. Für ihre Veranstaltungen suchen sie sich meist abgelegene Orte im ländlichen Raum, wo wenig zivilgesellschaftlicher Widerstand zu erwarten ist und wo auch die Verwaltung wenig Erfahrung mit solchen politischen Großveranstaltungen hat. Auch bekannt ist, dass rechte Akteur*innen Objekte insbesondere im ländlichen Raum aufkaufen, um dort feste Anker für Veranstaltungen zu schaffen.
Widerstand auf dem Land?

Bereits 2014, spätestens jedoch 2015 verschärfte sich die Situation insbesondere für Geflüchtete, aber auch für linke Strukturen drastisch. Als Reaktion auf die Angriffe und Bedrohungsszenarien in Freital, Dresden und anderen Orten, verlagerten auch die antifaschistischen Strukturen ihre Aktivitäten zunehmend in den ländlichen Raum. In diesem Zusammenhang wurde die Zusammenarbeit mit den örtlichen Aktiven immer wieder thematisiert. Nicht selten spielen die unterschiedlichen Lebensrealitäten in Stadt und Land auch eine Rolle im Verständnis einer »erfolgreichen Intervention.« Vielerorts gab es Support durch erfahrene städtische Aktive bei Demoanmeldungen und ähnlichem. An mancher »Intervention aus der Großstadt« wurde jedoch auch durch die örtlichen antifaschistischen Strukturen Kritik geübt.

Als Beispiel hierfür soll eine Demo in Heidenau im Sommer 2016 genannt werden. Ein Jahr nach den rassistischen Ausschreitungen wollte man mit einer Demo ein Zeichen gegen das Vergessen vor Ort setzen. Kritik gab es vor allem an den Teilnehmer*innen, die »aus der Großstadt« anreisten und während der Demo vorrangig »scheiß Drecksnest« oder »Kühe, Schweine, Ostdeutschland« skandierten. Verweisen möchten wir an dieser Stelle auf die differenzierte Auseinandersetzung der FAU Dresden mit dem Geschehen.

Unserer Ansicht nach ist es bei weitem zu kurz gedacht, aus dem gesellschaftlichen Rechtsruck den Schluss zu ziehen, »Die Pampa« sei verloren und man müsse nur hin und wieder hingehen und seine Abneigung gegen die Gesellschaft vor Ort demonstrieren. Damit verkennt man das umfassende Problem des Rechtsrucks der Gesamtgesellschaft und dieser betrifft uns alle, auch wenn wir ihn in der Stadt (noch) nicht so deutlich zu spüren bekommen, wie auf dem Land. Gerade aufgrund des akzeptierten Rassismus in einem Großteil der Gesellschaft ist es umso wichtiger, die Bemühungen der örtlichen Strukturen in ihrer Arbeit für Geflüchtete, Jugendliche usw. zu unterstützen. Der Schlüssel ihrer Arbeit ist jedoch persönlicher Kontakt und Graswurzelarbeit. Das können wir auch aus eigener Erfahrung beurteilen, denn wir sind im ländlichen Raum in Sachsen groß geworden.

Auch bei Aktionen, deren Ziel es ist, Nazis auf dem Land mit »unversöhnlicher Feuerwehrpolitik« abzuschrecken, sollten Antifas nicht darüber hinwegsehen, dass Protestformen, wie beispielsweise in Heidenau, vor allem eine günstige Steilvorlage für die örtlichen rechtskonservativen Lokalfürsten bieten, um linke Strukturen zu delegitimieren.

Rechts rockt nicht in Ostritz

Für uns war von Anfang an klar: »Ziel muss es sein, dass sich die Menschen aus der Region auch noch ein Jahr später positiv auf unsere Veranstaltung beziehen.« Auch wenn es schwer fällt, ein solches Ziel zu überprüfen, sind wir davon überzeugt, dass wir zumindest den Grundstein dafür gelegt haben. Wir werten die Geschehnisse von Ostritz deshalb insgesamt als Erfolg. Dies machen wir an verschiedenen Faktoren fest:

1. Der Aufruf von »Rechts rockt nicht« und die lokale Arbeit im Vorfeld zielten immer auf Anschlussfähigkeit und Vermittelbarkeit ab. Etliche Genoss*innen und Aktive unter anderem aus Bautzen, Görlitz und Zittau gaben über Monate ständig ihr Bestes und vermittelten so gut es ging. Auch der Anmelder Mirko Schultze (Die Linke, Landkreis Görlitz) betonte, dass linke Proteste keineswegs gegen die Ostritzer*innen gerichtet seien. »Wer hier anreist und meint, das ist ein braunes Kacknest mit lauter Unterstützern, der irrt und wird das auch sehr schnell feststellen«. Wir sind der festen Überzeugung, dass es überall Menschen gibt, die nicht mit rechten Debatten einverstanden sind und dass auch kleine Strukturen im ländlichen Raum unterstützt werden müssen. Enge Absprachen mit diesen Leuten sind unabdingbar und sollten als Ressource genutzt werden, da sie diejenigen sind, die Region und Menschen vor Ort kennen. Die erste Frage sollte deshalb immer lauten: »Was wollt ihr und wie können wir euch dabei unterstützen?«

2 Es ist uns gelungen einen vielfältigen und anschlussfähigen Protest in Ostritz zu organisieren. Allein aus Leipzig kamen ca. 150 Menschen. Insgesamt reisten rund 400 Menschen von außerhalb – unter anderem aus Dresden, Leipzig, Jena und Frankfurt am Main an. Unser Auftreten vor Ort hat maßgeblich mit dem Aktionsformat und der eigenen Mobilisierung zu tun. Das Format eines Gegen-Konzerts zielt bewusst darauf ab, auch Menschen jenseits des klassischen Antifa Publikums zu erreichen. In den Leipziger Bussen befanden sich sehr viele Menschen, die man ansonsten nicht oder zumindest eher selten auf Demonstrationen antrifft. Diesen Erfolg führen wir auch auf die Mobilisierung von »Leipzig nimmt Platz« zurück. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis bestehend aus Parteien, Gewerkschaften, Jugendverbänden, Kirchen, linksradikalen Gruppen und Einzelpersonen hat nicht nur die Möglichkeit, Aktionen zivilen Ungehorsam zu legitimieren, sondern ist auch in der Lage weit über die Szene hinaus Menschen zu mobilisieren. Rentner*innen, Familien, Parteileute und Genoss*innen zeigten eine Woche vor Ostritz bei unserer Foto-Aktion auf dem Leipziger Marktplatz sehr deutlich, wie vielfältig der Protest aussehen sollte. Bei zahlreichen Mobi-Vorträgen in Leipzig haben wir immer wieder betont, wie wichtig es ist, das Aktionsformat vor Ort zu berücksichtigen. Infolgedessen kam es bei der »Konferenz gegen den Rechtsruck« in Leipzig zu einer kurzen Diskussion über Auftreten und Ästhetik. Wir sind der Meinung, dass die radikale Linke solche Debatten in Zukunft verstärkt führen sollte.

3. Die Niedrigschwelligkeit des Aktionsformats in Form des Gegen-Konzerts und die gute Anmelde-Situation ermöglichten es sowohl den Menschen vom Friedensfest als auch den Genoss*innen, die jeweils andere Veranstaltung zu besuchen. Wir sehen es als Erfolg an, dass auch ältere Ostritzer*innen auf unserer Veranstaltung waren, mit den Besucher*innen ins Gespräch kamen und sich selbst ein Bild der Lage machten. Außerdem betrachten wir es als Erfolg, dass der Ministerpräsident Kretschmer nach einem Gespräch mit Sebastian Krumbiegel (Prinzen), seine Meinung auf offener Bühne revidierte. Spätestens am Freitagabend stellten sich die Weltuntergangsprognosen von Polizei und Berichterstattung als haltlos heraus. Kretschmer konnte sein Feindbild nicht mehr widerspruchsfrei aufrechterhalten und den Protest in das »gute unpolitische Friedensfest« und die »gefährlichen Linken« auf der Lederwiese spalten. So rief selbst er dazu auf, gemeinsam ein Zeichen gegen Neonazis zu setzen. Das gab es die letzten 28 Jahre in Sachsen nicht! Auch wenn er seine Aussage durchschaubar taktisch einsetzt, ist dies ein Erfolg und unsere Protestform blieb dennoch die laute und politische, die sie sein sollte.

4. Und auch medial zahlte sich unsere Arbeit aus. Das zuvor beschworene Bild großer Bedrohungsszenarien durch anreisende Gegendemonstrierende konnte nicht mal im Ansatz bestätigt werden. Vor ein paar Wochen noch, äußerte ein Familienvater beim Vereinsstammtisch des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) Ostritz seine Bedenken und erinnerte an die G20-Krawalle in Hamburg. »Ich habe Angst, dass Ostritz zwischen die Mühlsteine gerät. Mir ist doch egal, wer meine Fassade beschmiert oder mein Auto zerstört.« Trotz des Nicht-Eintretens dieser Horrorszenarien wurde bundesweit über den Protest in Ostritz berichtet. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch das Auftreten der Protestierenden. Als wir in Ostritz ankamen und unseren Demonstrationszug zum Gelände hin starteten, waren unter anderem Pressevertreter*innen von Tagesschau und Sat 1 sofort zugegen. Unser Transparent mit der Aufschrift »Solidarität mit Ostritz« schaffte es in sämtliche Medien und setzte ein positives Zeichen. Die Botschaft, die an diesem Wochenende von Ostritz gesetzt werden konnte, war: Viele Menschen aus unterschiedlichen linken Strukturen solidarisieren sich mit den Menschen in Ostritz, weil deren Ort von Nazis geflutet wird. Die Menschen vor Ort haben sich den öffentlichen Platz genommen, sie haben nicht zugelassen, dass Nazis in gespenstischer Stille durch den Ort streifen und Angst verbreiten.

Was können wir aus Ostritz lernen?

Es ist uns bewusst, dass das Konzept Ostritz nicht das Konzept eines jeden Gegenprotestes sein kann, gerade im ländlichen Raum, wo die Strukturen keine großen Polster haben und sich noch mehr Arbeit auf wenige Schultern verteilt. Im Vorfeld des Wochenendes in Ostritz haben viele Menschen enorm viel Zeit und Nerven investiert, um diesen Protest so auf die Beine zu stellen. Nächstes Mal sollten wir nochmal stärker betonen, dass die Leute vor Ort die Proteste organisieren. Ihnen gilt auch unser größter Dank, denn sie waren der Garant für den Erfolg! Auch an diesem Wochenende gibt es natürlich Dinge, die hätten besser laufen können. Deutlich zu spüren war, dass ein bekannterer Hauptact auf der Bühne fehlte. Die Punkbands aus der Region waren cool, aber für das nächste Mal könnten wir noch eine deutlich breiter bekannte (Ost-)Band einladen, vielleicht sogar Silly!

Auf der anderen Seite birgt eine solche Form des Protests natürlich auch immer die Gefahr, dass die politische Auseinandersetzung in den Hintergrund gerät und die Veranstaltung zu einer Party verkommt. Bei vielen der Anwesenden war der Wunsch nach direktem Protest spürbar. Deutlicher Protest in Sicht- und Hörweite ist ein wichtiger Teil des Protests gegen Nazis. Unter Beachtung der persönlichen Sicherheit sollten wir bei kommenden Veranstaltungen auch dafür einen Weg finden. In Ostritz war außerdem deutlich zu erleben, dass Pluralität von Veranstaltungen einen breiten Protest schafft und so manche Spannung nimmt, die aus unterschiedlichen Verständnissen von Protestkultur erwachsen. Wichtig ist jedoch insbesondere, dass sich die Veranstaltungen positiver aufeinander beziehen. Das bedeutet keineswegs, dass inhaltliche Kritik nicht erwünscht ist (auch uns scheint ein unpolitisches Friedensfest, auf dem dann – Überraschung – doch der CDU-Ministerpräsident die Schirmherrschaft übernommen hat, nicht als adäquates Mittel des Gegenprotestes) – im Gegenteil, sie ist notwendig. Dennoch ist die Notwendigkeit des Mitwirkens unterschiedlicher Akteur*innen als Mittel zum Erfolg solcher Proteste zu begreifen und dementsprechend auch mit Umsicht zu agieren. Solidarische Unterstützung aus der Großstadt, die von den Aktiven vor Ort gewünscht wird, ist sinnvoll und sie ist heute nötiger denn je. Gegen Ende des Jahres werden wir vermutlich wieder nach Ostritz fahren, wenn die Nazis ihr Wort halten. Dann wollen wir auf dem Erreichten aufbauen.

Anne und Philipp sind in der Leipziger IL-Ortsgruppe Prisma organisiert.

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Ende Gelände: Für ein Klima ohne Rassismus. Blockieren wir die AfD! http://prisma.blogsport.de/2018/05/17/ende-gelaende-fuer-ein-klima-ohne-rassismus-blockieren-wir-die-afd/ http://prisma.blogsport.de/2018/05/17/ende-gelaende-fuer-ein-klima-ohne-rassismus-blockieren-wir-die-afd/#comments Thu, 17 May 2018 09:37:41 +0000 Administrator Antirassismus Positionen Klima http://prisma.blogsport.de/2018/05/17/ende-gelaende-fuer-ein-klima-ohne-rassismus-blockieren-wir-die-afd/ Für ein Klima ohne Rassismus. Blockieren wir die AfD!

Am Sonntag, 27. Mai 2018 stellen wir uns gemeinsam und entschlossen den Anhänger*innen der AfD und deren Politik entgegen. Die Partei „Alternative für Deutschland“ versucht an diesem Tag, ihre menschenfeindlichen Positionen auf die Straßen Berlins zu tragen. Damit ihnen das nicht gelingt, ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „Stoppt den Hass, stoppt die AfD“ zu Gegenprotesten und Blockaden auf. Hass und Hetze lassen wir keinen Raum – das wird weithin sichtbar sein! Das Aktionsbündnis Ende Gelände ruft dazu auf, an diesen Protesten teilzunehmen. Weil Klimagerechtigkeit und Antirassismus untrennbar sind, leisten wir nicht nur zivilen Ungehorsam gegen Kohle, sondern auch gegen Rassist*innen.

Als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung, setzt sich Ende Gelände für den sofortigen Kohleausstieg ein. Das ist ein erster Schritt, um die Klimakrise zu stoppen – viele weitere müssen folgen. Der AfD hingegen fehlt jedes Konzept, um globale Probleme wie den Klimawandel aufzuhalten. Das nationalistische Gedankengut, auf dem ihre Politik aufbaut, wird niemals angemessene Antworten auf Probleme finden, die nicht an Landesgrenzen Halt machen. Schlimmer noch: die AfD steht für eine ultra-neoliberale Politik, die den Klimawandel und dessen katastrophale Folgen sogar noch beschleunigen wird. Das Festhalten an fossilen Energieträgern, die Ausrichtung auf Wirtschaftsinteressen großer Konzerne, völkischer Nationalismus und das Berufen auf das Recht des Stärkeren – das alles sind nicht nur Hauptursachen der Klimazerstörung, sondern auch Grundpfeiler im AfD-Programm. Die AfD leugnet einfach, was sie nicht lösen kann und will. Laut ihrem Programm gibt es den Klimawandel nicht.

Dabei sind seine Auswirkungen jetzt schon spürbar. Der Klimawandel wird hierzulande und weltweit diejenigen am härtesten treffen, die unterdrückt und ausgegrenzt werden: People of Colour, Landarbeiter*innen, Menschen im globalen Süden, Menschen mit geringen Einkommen, und unter diesen vor allem die Frauen. Deshalb müssen wir gemeinsam mit all diesen Menschen Lösungen finden, um den Klimawandel zu stoppen und seine Folgen abzufedern. Das erfordert Solidarität, Weitsicht und Verständigung über Grenzen auf Landkarten und in unseren Köpfen hinweg.

Entschlossen stellen wir uns den Menschenfeinden und Klimaleugnern der AfD in den Weg. Gemeinsam werden wir mit allen auf die Straße gehen, die für eine bunte und vielfältige Gesellschaft, für Solidarität und Menschenrechte einstehen. Zusammen kämpfen wir für eine Welt, in der alle ein gutes Leben haben – heute und über Generationen hinweg. Deshalb blockieren wir am 27. Mai die AfD!

Wir werden viele sein und wir wollen noch mehr werden. Dafür brauchen wir Dich! Komm am 27.05. nach Berlin und bring Deine Freund*innen, Tanten, Omas und Mitbewohner*innen mit!

Unseren Ende Gelände – Treffpunkt kündigen wir rechtzeitig auf der Ende Gelände Homepage und auf Facebook an. Du brauchst einen Schlafplatz oder hast Fragen zur Anreise? Besuche www.stopptdenhass.org für weitere Infos.

Du möchtest Dich auf unsere Blockaden bestmöglich vorbereiten? Dann komm am 26.05. zum öffentlichen Ende Gelände Aktionstraining von 12 bis 18 Uhr in die K9, Kinzigstraße 9 Berlin. Mehr Infos auf Facebook.
Aktuelle Infos zu den Anti AfD Protesten gibt es hier auf Facebook und Twitter.

Wenn ihr aus Köln und Umgebung nach Berlin fahren wollt wendet euch an
die interventionistische Linke Köln (www.facebook.de/ilkoeln oder direkt
busnachberlin2705@riseup.net), die einen Bus zu dem Ende Gelände Finger
organisiert.

Außerdem gibt es noch einen Infotresen und gemeinsame Vorbereitung am
23.5. um 19 Uhr im Autonomen Zentrum Köln.

Original auf: https://www.ende-gelaende.org/de/news/fuer-ein-klima-ohne-rassismus-blockieren-wir-die-afd/

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Pödelwitz? Ey Digger, bagger mich nicht an ! http://prisma.blogsport.de/2018/04/17/poedelwitz-ey-digger-bagger-mich-nicht-an/ http://prisma.blogsport.de/2018/04/17/poedelwitz-ey-digger-bagger-mich-nicht-an/#comments Tue, 17 Apr 2018 14:59:42 +0000 Administrator Vortrag Presse Klima http://prisma.blogsport.de/2018/04/17/poedelwitz-ey-digger-bagger-mich-nicht-an/
Von den sozialen und ökologischen Folgen des Braunkohleabbaus im Leipziger Umland. Podiumsdiskussion am 25. April um 19 Uhr in den Räumen der Rosa Luxemburg Stiftung in der Harkortstr. 10
Braunkohle ist der CO2-intesviste Energieträger, deren Verbrennung massiv zum Klimawandel beiträgt. Obwohl es längst Alternativen gibt, wird diese hier in der Region immer noch abgebaut. Während die Auswirkungen des Klimawandels vor allem Menschen in Ländern des globalen Südens treffen, die am wenigsten dazu beigetragen haben, sind die Menschen hier in der Region von den unmittelbaren Folgen des Kohleabbaus stark betroffen: Keine 30 Kilometer von Leipzig entfernt liegen die Dörfer Pödelwitz und Obertitz. Diese sollen nach den Plänen des Konzerns EPH im Zuge der Erweiterung des Tagesbaus Vereinigtes Schleenhain abgebaggert werden. Die Bewohner*innen wehren sich gegen eine Vertreibung.

Auf dem Podium werden Klimagerechtigkeitsaktivist*innen, Anwohnende und in den Tagebauen und Kraftwerken Beschäftigte ihre Perspektive in die Diskussion um einen Kohleausstieg einbringen. Gemeinsam soll nach Wegen gesucht werden, wie dieser schnellstmöglich und sozialgerecht gestaltet werden kann.

Für eine Welt, in der ein gutes Leben für alle möglich ist.

Die Veranstaltung wird organisiert von Prisma, Interventionistische Linke Leipzig und dem Bündnis Pödelwitz bleibt.

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen | 25. April | 19 Uhr

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Vom ersten Versuch, das Unerwartete zu tun – Eine Auswertung http://prisma.blogsport.de/2018/03/21/vom-ersten-versuch-das-unterwartete-zu-tun-eine-auswertung/ http://prisma.blogsport.de/2018/03/21/vom-ersten-versuch-das-unterwartete-zu-tun-eine-auswertung/#comments Wed, 21 Mar 2018 11:22:59 +0000 Administrator Antirassismus Positionen Aktionsbericht Presse http://prisma.blogsport.de/2018/03/21/vom-ersten-versuch-das-unterwartete-zu-tun-eine-auswertung/

„Doctor, it hurts when I do this. – Don‘t do that.“

Die radikale Linke scheitert gegenwärtig daran, Strategien gegen die selbstbewusst auftretende „Neue Rechte“ zu finden und tappt dabei immer wieder in dieselbe diskursive Falle. Warum eigentlich?
Noch vor wenigen Jahren fand Antifapolitik unter anderen Vorzeichen statt: Gegen NPD und Co. waren auch offensive Aktionsformen leicht zu rechtfertigen. Dass ihnen der öffentliche Raum zu nehmen ist, war weit über die radikale Linke hinaus Konsens. Die heutige Situation ist aber eine andere: Die sogenannte „Neue Rechte“ hat sich ihren Stammplatz in deutschen Talkshows und Feuilletonspalten gesichert. Sie ist Teil der öffentlichen Debatte geworden, wenn auch ein umstrittener. Antifaschistische Bewegungen stoßen hier bei der Frage nach alternativen Formen der Auseinandersetzung bzw. des Widerstands offensichtlich an ihre Grenzen.

Man hätte denken können, die Linke hätte aus den Ereignissen auf der Frankfurter Buchmesse 2017 gelernt. Das in Frankfurt praktizierte Protestformat gilt mittlerweile als Paradebeispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte. Denn die Rechten haben von dem Protest dort in dem Sinne profitiert, als dass sie ihn als Plattform ihrer eigenen realen, noch stärker jedoch medialen Selbstinszenierung nutzen konnten. Der vorhersehbare Protest wurde von ihnen als Bühne vereinnahmt und sicherte ihnen – die sich als Hüter der Meinungsfreiheit gerierten – Aufmerksamkeit und teilweise Unterstützung bis hinein in bürgerliche Kreise. Am vergangenen Wochenende haben wir als Teil des lokalen Bündnisses „Buchmesse gegen Rechts“ auf der Leipziger Buchmesse den Versuch unternommen, dem Antaios-Verlag stellvertretend für die Intellektuelle Rechte in Form einer kreativen Intervention zu begegnen. Mit diesem Text wollen wir die dieser Aktion zugrunde liegenden strategischen Überlegungen darlegen und zur Diskussion stellen.

Die Selbstinszenierung der Neuen Rechten – Ein „One-Trick-Pony“

Die Attraktivität der Rechten basiert auf ihrer Selbstinszenierung. Um diese zu verstehen, muss man sich die Welt aus Sicht der Rechten anschauen. Dort gibt es die Linken als gewalttätig aber feige, weil sie die „mannhafte“ Auseinandersetzung scheuen; mit zwar lauter Meinung aber trotzdem ohne Intelligenz und letztlich als Anführer*innen des Multikulti-Mainstreams. Irgendwie mit ihnen im Bunde ist die Mehrheitsgesellschaft, die auf die rationalen rechten Argumente nur moralisches „Das darfst du nicht“ als Antwort parat hat. Im Gegensatz dazu stehen die Identitären als schlau und ohne ideologische Scheuklappen der Wahrheit verpflichtet, männlich genug für jeden Kampf. Das heißt also: Die rechte Inszenierung entsteht erst dadurch, dass ihre Gegner*innen genauso reagieren, wie die Rechten es von ihnen erwarten. Wenn die Linken bei jeder Aktion der neuen Rechten erschrocken reagieren, moralische Appelle vom Stapel lassen und sich hinter Transparenten versteckend „Nazis raus!“ rufen, dann ist die Bühne frei für das rechte Theater, die Logik der medialen Aufmerksamkeit besorgt den Rest.

Meinungsfreiheit als Kampfbegriff

Der Begriff der Meinungsfreiheit ist zur Zeit der diskursive ‚Joker‘. Die Neue Rechte bedient sich an ihm, um sich in die öffentlichen Debatte zu drängen und ihren inhaltlichen Kurs zu bestimmen. Wird ihnen das verwehrt, so schreien sie laut: „Schaut alle her, wir werden vom Mainstream unterdrückt!“

Jegliche Form von Widerspruch wird von neurechten Akteur*innen in eine Opfer-Inszenierung verdreht. Es wird immer wieder deutlich, dass es ihnen dabei nicht um eine wirkliche Debatte geht, sondern lediglich darum, Grenzen zu überschreiten, zu provozieren und damit den Bereich des Sagbaren immer weiter nach rechts zu rücken. Damit schaffen sie es, mit ihren Inhalten den gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu prägen – und gewinnen dadurch an Sprechfähigkeit.

Handlungen und Äußerungen neurechter Akteure wie Götz Kubitschek, Gründer des Antaios-Verlags, zeigen deutlich, wie es um das Verhältnis der Rechten zur Meinungsfreiheit wirklich bestellt ist.
„Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform. […] von der Ernsthaftigkeit unseres Tuns wird euch kein Wort überzeugen, sondern bloß ein Schlag ins Gesicht.“(Götz Kubitschek: Provokation, 2007)
Daran wird deutlich: das Ziel der Rechten – entgegen aller Inszenierung – ist nicht die Rettung der öffentlichen Debatte, sondern ihre Abschaffung als Ort der freien Meinungsäußerung.

Warum Linke immer wieder in die gleiche Falle tappen

Auf der Suche nach geeigneten Protestformen gegen die Neue Rechte stößt die radikale Linke immer wieder an ihre Grenzen. Das ist verständlich, stellt uns doch der Umgang mit AfD und Pegida vor das Problem, das eingeübte und erfolgreiche Aktionsformen Bestandteil rechter Inszenierung geworden sind.

Es herrscht die allgemeine Annahme, Rechten müsse jeder Raum genommen werden. Das ist zum einen die Lehre aus dem Nationalsozialismus und folgt zum anderen aus der richtigen Analyse, dass Rechte demokratische Freiheiten solange in Anspruch nehmen, bis sie stark genug sind, diese abzuschaffen. Um dies durchzusetzen, propagierte man Kampfbereitschaft und Stärke. Das machte es dem politischen Gegner zwar leicht, die Antifa anhand der Militanz- oder Legalitätsfrage als Antidemokrat*innen zu brandmarken, trotzdem war dieses Konzept durchaus erfolgreich. Mit dem Drohszenario antifaschistischer Militanz im Hinterkopf konnten rechte Veranstaltungen häufig nicht ohne Polizeischutz stattfinden, durch direkte Konfrontationen wurden Neonazis von der Straße gedrängt. Doch lassen sich solche Konzepte nicht ohne weiteres auf jede Auseinandersetzung mit Rechten übertragen. Die Buchmesse ist enger, dichter, überall sind Kameras und Polizei. Vor allem aber folgt eine Auseinandersetzung im „intellektuellen Milieu“ der Buchmesse anderen Regeln als eine „auf der Straße“. Wenn aufgrund dieser besonderen Bedingungen die üblichen Konzepte scheitern, strahlt die Linke statt Stärke nur noch Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit aus. Folge davon ist: Weder kann den Rechten der Raum genommen werden, noch können eigene Inhalte gesetzt werden.

Genau auf diesem Bild der erfolglosen Linken bauen die Neuen Rechten im Allgemeinen und die Identitären im Besonderen ihre Selbstinszenierung auf.

Der Versuch, das Unerwartete zu tun

Wir haben mit unserer Intervention am Samstag Nachmittag auf der Buchmesse versucht, das Unerwartete zu tun. Sie zu überraschen und in eine Situation zu bringen, an der ihr „One-Trick-Pony“ scheitert.
Zentral war für uns, ein Aktionsformat zu entwickeln, das uns erlaubt, sowohl inhaltliche Kritik an Strategien und Zielen der Neuen Rechte zu üben, als auch eigene Inhalte an die Öffentlichkeit zu vermitteln.
Durch ihre immergleiche Inszenierung haben wir vier zentrale Punkte ausgemacht, an denen sich diese brechen lässt. Dies wäre zum Einen ihre fragile Männlichkeit, die sie hinter der Fassade eines politischen Soldatentums verstecken und welche sich durch das selbstbewusste Auftreten starker Frauen* schnell untergraben lassen würde (1). Ihre apokalyptische Sehnsucht, ihre Vorstellung, mit einer finalen Schlacht die gegenwärtige Ordnung endgültig abzuschaffen und mit Gewalt eine neue aufzubauen, ist ebenfalls ein Punkt, an dem man sie für ihren unterkomplexen und realitätsfernen Gesellschaftsentwurf angreifen kann (2).
Ihre instrumentelle Bezugnahme auf Themen wie Feminismus (3) und die Meinungsfreiheit (4) ist lediglich ein strategisches Werkzeug, welches im absoluten Widerspruch zu ihren eigentlichen Inhalten steht. Dies gilt es aufzudecken und unsere eigenen Inhalten dem entgegenzustellen.
Dafür schien es uns notwendig, ihnen ihren Wunsch nach einem Gegner, der zwar lauthals tönt, dann aber im Gegenüberstehen weder durch Stärke noch durch Wortgewandheit überzeugen kann, nicht zu erfüllen.

Während der Aktion hat sich gezeigt, dass unsere strategischen Überlegungen zunächst erfolgreich waren: Die anwesenden Rechten wussten mit der gegebenen Situation nicht umzugehen. Somit haben wir erreicht, dass die Rechten unsere Intervention nicht als Grundlage ihrer eigenen Choreographie zur Selbstinszenierung instrumentalisieren konnten. Weder ihre vorbereiteten Hochglanzschilder (z.B. „Wer schreit, kann nicht Recht haben“), noch ihre Kameras kamen zum Einsatz. Ihre Überforderung drückte sich kurzzeitig in unkoordiniertem Stören unserer Show aus, im Großen und Ganzen standen sie aber passiv und ohne mediale Aufmerksamkeit am Rande des Geschehens. Der allgemeine Fokus war auf unsere Veranstaltung, unsere Redebeiträge gerichtet. Dies änderte sich nach Ende unserer Intervention, als eine Störaktion ihrer Veranstaltung den Rechten (dann doch) ihre erwartete Kulisse bot, in der sie sich als Opfer linker Zensur und Retter*innen der Meinungsfreiheit inszenieren konnten.

Mit dieser Perspektive auf die nachfolgende Aktion wollen wir uns keineswegs distanzieren, sondern ihren Effekt analysieren und solidarisch kritisieren. Uns ist bewusst, dass Grundlage hierfür eine bestimmte Positionierung ist und wir wollen damit keine Allgemeingültigkeit unserer Argumentation in Anspruch nehmen, sondern sie zur Diskussion stellen. Wir verstehen uns als Teil einer radikalen Linken, in der auch über unterschiedliche Analysen und Interventionsformen gestritten werden kann, ohne dass dies gleich eine Entsolidarisierung bedeutet. Wir sind solidarisch mit allen Genoss*innen die sich ins Handgemenge begeben haben. Trotzdem sind wir der Meinung, dass die radikale Linke sich eben nicht immer auf den gleichen Methodenpool zu Aktionsformen berufen sollte. Stattdessen muss rechtem Stumpfsinn auch anders, kreativer, entgegentreten werden. Eine Störung rechter Veranstaltungen ist für uns kein Erfolg, wenn dadurch ein Vortrag vor wenigen Zuhörer*innen ausfällt, die Rechten dafür aber im Gegenzug in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit und Sympathie erfahren. Vielmehr müssen die Mittel dem jeweiligen Setting angepasst werden.

Wir wollen aber nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen. Wir sehen für unsere Intervention natürlich durchaus Verbesserungspotential, auch dank schon geschehenem Austausch mit anderen Genoss*innen.
Zuallererst gehört allgemein gesagt, dass diese spezifische Form der Inszenierung natürlich ihre Grenzen hat und uns für das spezifische Setting auf der Buchmesse passend erschien. Wir wollten etwas Anderes, Unerwartetes wagen. Ob und in welcher Form diese Inszenierung – auch wenn alles gelaufen wäre, wie geplant – die von uns antizipierte (mediale) Wirkung gehabt hätte, bleibt nun im Nachhinein schwer zu sagen. Keineswegs wollen wir sie nun auf alle Situationen übertragen und beispielsweise von Blockaden rechter Aufmärsche abrücken.
Diese Wirkung, die vor allem auf der Ebene der Bilder erzielt werden sollte, war der zentrale Punkt in unserer strategischen Analyse. Auch wenn dies vorher ausgiebig kommuniziert wurde, gibt es Kritik an der Art und Weise, wie hier agiert wurde. Nicht nur weil unverpixeltes Bildmaterial zur Verfügung gestellt wurde, sondern auch, weil die Aktion mit ihrem Fokus auf (Selbst-)Inszenierung nunmal nicht unbedingt dem Methodenkoffer der radikalen Linken entspricht. Trotzdem verfolgen wir einen offensivieren Umgang mit der Wirksamkeit von Bildmaterial und wollen die mediale Darstellung unserer Aktionen stärker selbst in die Hand nehme um so die Deutungsmacht über die Bilder zu gewinnen. Wie genau das angestellt werden kann, ohne dass wir mit dem Vorwurf konfrontiert werden, uns durchgehend selbst zu feiern, stellen wir immer wieder auf den Prüfstand. Teil jeder Aktion sollte außerdem gezielte Pressearbeit sein, um unseren strategischen Ansatzpunkt und unsere eigenen Inhalte in der öffentlichen Debatte zu platzieren.

Abschließend lässt sich zwar konstatieren, dass wir einen ausbaufähigen Versuch einer neuen Aktionsform gegen die Neue Rechte initiiert haben. Dennoch konnten sie das Wochenende als Erfolg „im Geiste der Bewegung“ verbuchen, da es uns nicht gelungen ist, ihren Resonanzraum zu verkleinern und sie im Gegensatz zu Frankfurt noch vorbereiteter ihre Choreographie zur Schau stellen konnten konnten.

Durch die undifferenzierte Berichterstattung mit Fokus auf die Störaktionen blieben nicht nur unsere Inhalte auf der Strecke, sondern die neue Rechte schaffte es, abermals die Deutungshoheit über die Situation für sich zu beanspruchen.
Was bleibt also? In den Medien überwiegt das Bild des typischen (entpolitisierten) Kampfes zwischen Rechts und Links, zwischen den Rändern der Gesellschaft. Tatsächlichen Einfluss auf die öffentliche Debatte über den gesellschaftlichen Umgang mit der neuen Rechten zu nehmen, ist uns nur bedingt gelungen. Schade!

Trotzdem glauben wir, dass wir mit unserer „Show für die Meinungsfreiheit“ einen Schritt in die richtige Richtung gegangen sind und es nun, anknüpfend an diese Erfahrung, weiterzudenken gilt. Denn wir haben unsere Stärken genutzt. Wir haben unsere Empathiefähigkeit, unsere Offenheit und unsere Kreativität gegen ihre Hetze, ihr politisches Soldatentum und ihre Menschenfeindlichkeit gestellt.Wir freuen uns auf eine lebhafte Debatte!

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#Meinungsfreiheit // Buchmesse http://prisma.blogsport.de/2018/03/17/meinungsfreiheit-buchmesse/ http://prisma.blogsport.de/2018/03/17/meinungsfreiheit-buchmesse/#comments Sat, 17 Mar 2018 18:31:04 +0000 Administrator Allgemein Positionen Aktionsbericht Presse http://prisma.blogsport.de/2018/03/17/meinungsfreiheit-buchmesse/ Wir waren heute auf der Buchmesse und haben Götz Kubitschek und seiner Herde klar gemacht, dass Meinungsfreiheit eben nicht heißt, dass rassistische und antifeministische Inhalte einfach so hingenommen werden müssen. Jede*r kann sich dagegen wehren, niemand muss diesem Mist unwidersprochen zuhören!

Die Meinungsfreiheit wird von den Rechten nur solange genutzt, wie es ihnen nützt, ihre menschenverachtenden Positionen in der Debatte zu etablieren. Sobald sie mit Kritik konfrontiert werden, berufen sie sich dabei immer wieder auf ihr Recht zur freien Meinungsäußerung. Dabei verkennen sie, dass dazu eben auch gehört, dass Kritiker*innen zu Wort kommen können. Um es mal mit Götz‘ Worten zu sagen: „Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform“. Rechte wollen also gar nicht reden, sie wollen Recht haben. So funktioniert Meinungsfreiheit nicht!

Wir haben gezeigt, dass es das Gesellschaftsbild der neuen Rechten, dass sie so gerne als „konservativ“ verkaufen, so nie gegeben hat und auch nie geben wird.
Sie inszenieren sich als Verfechter*innen von Frauenrechten, beziehen sich dabei aber nur auf vermeintlich „ausländische“ Täter und verkennen dabei, dass Sexismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Das Frauenbild, was in Wahlprogrammen der AfD oder in Publikationen neurechter Verlage gezeichnet wird, hat nichts mit Feminismus zu tun. Sie wünschen sich Frauen als stille Mitglieder der Gesellschaft, die sich den Männern unterordnen.

Wir stellen fest:
Götz‘ pseudointellektuellen Ergüsse taugen allenfalls als schlechte Fantasyliteratur, deswegen hat er von uns auch gleich noch einen Preis bekommen. Die Goldene Himbeere des Buchhandels, nur für ihn!

Deswegen heute und immer: Meinungsfreiheit nutzen und Rechten widersprechen!

#lbm18 #lbm2018 #verlagegegenrechts

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Prisma auf der Buchmesse http://prisma.blogsport.de/2018/03/16/prisma-auf-der-buchmesse/ http://prisma.blogsport.de/2018/03/16/prisma-auf-der-buchmesse/#comments Fri, 16 Mar 2018 14:08:23 +0000 Administrator Allgemein Vortrag http://prisma.blogsport.de/2018/03/16/prisma-auf-der-buchmesse/

Prisma invites: am 16.03. um 17:30 Uhr in der KulturApotheke (Eisenbahnstr.)
Lesung mit dem fabelhaften Mandelbaum Verlag aus Wien.

Vorstellung zweier Bücher; zu Arbeitskämpfen in China und der Recht auf Stadt Bewegung.

Ralf Ruckus liest aus Lhu Zangs „Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken“. Sie erkundet darin die Arbeitsbedingungen, die Subjektivität und das kollektive Handeln der Automobilarbeiter*innen im Land der weltweit größten und am schnellsten expandierenden Automobilindustrie. – Und bietet so eine bemerkenswerte Nahansicht des Fabrikalltags und der wachsenden Arbeiter*innenmilitanz. Es entsteht ein vielschichtiger Analyserahmen, der auch abschätzen lässt, wie sich die Arbeitsverhältnisse in der chinesischen Automobilindustrie in ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext weiter entwickeln werden.
Heidrun Aigner und Sarah Kumnig stellen ihren Sammelband „Stadt für alle“ vor. Rassistische Polizeikontrollen, Ausschlüsse beim sozialen Wohnbau, Bettelverbote: In Städten wird ständig verhandelt, wer dazu gehört und wer nicht, wer Zugang zu Ressourcen hat und wer nicht. Der Band bietet eine antirassistische und queer_feministische Analyse der Ein- und Ausschlüsse in Städten. Dazu versammelt er theoretische Überlegungen sowie konkrete Erfahrungen und Interventionen: Wie können Ein- und Ausschlüsse in Städten verändert und destabilsisiert werden, um an einer Stadt für Alle (weiter) zu bauen?

Beide Bücher sind in der Edition „Kritik und Utopie“ erschienen.

auf unserer facebook Seite findet ihr außerdem einen Redebeitrag auf der Kundgebung von Verlage gegen Rechts: de.facebook.com/prismaleipzig/

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Bericht zum Stadtteilspaziergang Neustadt- Neuschönefeld http://prisma.blogsport.de/2018/02/14/bericht-zum-stadtteilspaziergang-neustadt-neuschoenefeld/ http://prisma.blogsport.de/2018/02/14/bericht-zum-stadtteilspaziergang-neustadt-neuschoenefeld/#comments Wed, 14 Feb 2018 13:41:59 +0000 Administrator Allgemein Aktionsbericht Recht auf Stadt Soziale Kämpfe http://prisma.blogsport.de/2018/02/14/bericht-zum-stadtteilspaziergang-neustadt-neuschoenefeld/
Bericht vom Stadtteilspaziergang zu Stadtentwicklung und Gentrifzierung im Leipziger Osten.

Trotz winterlichen Temperaturen haben wir am 27.01 gemeinsam mit ca. 30 BewohnerInnen des Leipziger Ostens einen etwa zweistündigen Spaziergang durch das Viertel rund um den Neustädter Markt und entlang der Eisenbahnstraße gemacht und uns dabei über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen ausgetauscht. Der folgenden Bericht soll einen Einblick in die Geschichte und aktuelle Themen im Stadtteil geben:


Zu Beginn gedachten wir, anlässlich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz, gemeinsam der Opfer der Nationalsozialistischen Vernichtung am Stolperstein von Lea Obst nahe dem Neustädter Markt.

Der Spaziergang begann dann in der Neustädter Straße 20, wo heute das Querbeet – eine selbstorganisierte Gartenfläche ist – und im Jahr 1866 das erste Haus des Viertels errichtet wurde. Neustadt- Neuschönefeld entstand vor allem in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als einfaches ArbeiterInnenviertel rund um die damalige Seifenfabrik und die Dampfschneidemühle. Davon zeugen heute an vielen Stellen noch die Architektur der Häuser, der Schnitt der Wohnungen und die vielen – mittlerweile geschlossenen – kleinen Eckkneipen der ArbeiterInnenklasse der damaligen Zeit. Vermutlich wurde in einer solchen auch 1875 der erste Arbeiterverein des Raums Leipzig gegründet.
Zu DDR Zeiten führte der Mangel an Baustoffen und die politische Priorisierung anderer Bauformen zu einem teilweise Verfall der Altbausubstanzen. In dieser Zeit leisteten viele BewohnerInnen eigenständig Instandhaltungsmaßnahmen ihrer Wohnungen. Maßnahmen welche in der spätere Abwicklung der volkseigenen Wohnungsgesellschaft keine Berücksichtigungen fanden.


Anhand eines noch immer unsanierten Wohngebäudes in der Neustädter Straße diskutierten wir über die Entwicklungen in den 90er Jahren, als das Sanierungsgebiet rund um den Neustädter Markt eingerichtet wurde und fast die Hälfte der Wohnungen leer standen. So wurden enorme Investitionssummen nötig, für die in vielen Fällen am Ende jedoch die MieterInnen aufkommen mussten. Mietpreissteigerungen und daraus folgenden Verdrängung von BewohnerInnen waren kein Einzelfall.

Doch auch damals schon taten sich BewohnerInnen des Viertels zusammen um gemeinsam Formen des Widerstands zu entwickeln. Sie versuchten sich gegenseitig über ihre Rechte aufzuklären, Beteiligung bei den Sanierungsplanungen zu erlangen und in Einzelfällen gemeinsam gegen VermieterInnen vorzugehen. Besonderen Fokus legten wir bei unserer Betrachtung auch auf die LWB, welche über einen enorm großen Bestand an Wohnungen verfügte. Sie brachte es in den 90er Jahren jedoch kaum fertig, Wohnungen bedarfsgerecht zu sanieren, sondern modernisierte stattdessen überteuert oder verscherbelte Wohnraum zu Spotpreisen an private EigentümerInnen.

Bezug nehmend auf ein aktuellen Beispiels bei dem MieterInnen derzeit aus ihrem Haus im Leipziger Osten verdrängt werden sollen, tauschten wir uns über unsere eigenen Erfahrungen mit Mietpreissteigerungen, Verdrängungen und möglichen Widerstand aus. Denn häufig produzieren die Mietverhältnisse – zusammen mit anderen Faktoren – eine Anonymität unter den BewohnerInnen eines Hauses. Dies erleichtert es EigentümerInnen Maßnahmen durchzusetzen, die sich gegen alle BewohnerInnen richten und eine gemeinsam organisierte Widerständigkeit – als sinnvolles Mittel bei Mieterhöhungen/Entmietungen – ist kaum realisierbar.

Der Rundgang endete schließlich auf der Brache (Eisenbahnstraße 103-105). Diese ist seit ca. 20 Jahren immer wieder Ort politischer Auseinandersetzung. Engagement von AnwohnerInnen führte in der Vergangenheit häufig zu einer kurzzeitigen Belebung der Fläche, eine langfristige Nutzung wurde durch die Eigentumsverhältnisse und die Rolle der Stadtverwaltung jedoch unmöglich gemacht. Nun steht – nach letztem Sommer – ein erneuter Zwangsversteigerungstermin an und es stellt sich wieder herum die Frage; wie weiter mit der Brache!?

Dies stellt lediglich ein Auszug des Spaziergangs dar. Wir werden uns weiterhin aktiv mit den Vierteln des Leipziger Ostens auseinandersetzen. Auf unseren Stadtrundgängen kommen wir mit verschiedenen Menschen aus diesen Vierteln ins Gespräch und wir sammeln nicht nur verschiedene Erfahrungen und Geschichten, sondern sehen in einer vernetzten und informierten Nachbarschaft das beste Mittel gegen Verdrängung und unbezahlbare Mieten in Leipzig.

stay tuned für kommendes
#RechtaufStadt

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Querschnitt Feminismus http://prisma.blogsport.de/2018/02/05/querschnitt-feminismus/ http://prisma.blogsport.de/2018/02/05/querschnitt-feminismus/#comments Mon, 05 Feb 2018 09:58:40 +0000 Administrator Allgemein (Queer)feminismus http://prisma.blogsport.de/2018/02/05/querschnitt-feminismus/

Querschnitt Feminismus

Gemeinsam mit „the future is unwritten“ laden wir zu der Reihe Querschnitt Feminismus ein. Mit Workshops, Vorträgen und Vernetzungsangeboten wollen wir zur Auseinandersetzung mit radikaler feministischer Praxis anregen und einen Beitrag zu den Kämpfen gegen das kapitalistische Patriarchat leisten.

Der Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten. Diese Befreiung kann nur eine kollektive sein. (Simone de Beauvoir)

08.-10. März 2018

Veranstaltungsplan Querschnitt Feminismus – aktualisiert

Warum Feminismus?

Ob wir wollen oder nicht, die Gesellschaft um uns herum teilt uns in zwei Geschlechter auf: in Frauen und Männer. Innerhalb dieser Einteilung werden uns zum Teil widersprüchliche Eigenschaften und Identitäten zugeschrieben, in die wir weder reinpassen wollen, noch können. Dem gesellschaftlichen Bild der Frau werden bestimmte Merkmale zugeschrieben, die als die ,Natur‘ der Frau angesehen werden. Damit werden gesellschaftliche Geschlechterunterschiede naturalisiert und entziehen sich einer Analyse, die diese Kategorien umstoßen kann. Wir erachten es als notwendig für unsere Analyse, an den Kategorien Mann und Frau festzuhalten. Denn auch wenn die unterschiedlichen gesellschaftlichen Zuschreibungen der Geschlechter konstruiert sind, bringen diese doch eine gesellschaftliche Realität hervor, in der wir tagtäglich leben und welche Gegenstand unserer Kritik ist.

Das Patriarchat führt überall auf der Welt zu vielfältigem Leiden, Unglück und Tod. Wir stellen die Verbreitung eines rückwärtsgewandten Frauenbildes fest. Dies geschieht durch einen Rechtsruck in Europa und den USA, ebenso wie durch konservative religiöse Kräfte und politische Ideologien weltweit.
In Deutschland zeigt sich dies beispielhaft im Antifeminismus der AfD und anderer rechtspopulistischer Strömungen und Ideologien, in denen die Rolle der Frau vor allem die der Mutter darstellt. Dazu gehört der Versuch, Abtreibungen erneut in den Bereich der Illegalität zu drängen. Nicht nur bezüglich Schwangerschaftsabbrüchen scheint die körperliche Unversehrtheit der Frau nach wie vor verhandelbar. Dies betrifft ebenso Genitalverstümmelung, wie (Ehren-) Morde. Fälle sexualisierter Gewalt werden verharmlost und ihre Thematisierung tabuisiert. Eine Kritik an all dem muss Standpunkt einer feministischen Praxis sein.

Zudem sind die beschriebenen Ideologien nicht nur frauenfeindlich. Trans- bzw. Interidentitäten werden innerhalb dieser genauso angefeindet, diskriminiert und ausgeschlossen wie People of Colour (PoC) und Menschen, die als „nicht-deutsch“ angesehen werden. Für uns ist es daher offensichtlich, dass es eine Verschränkung unterschiedlicher Unterdrückungsmechanismen wie Sexismus, Rassismus, Transfeindlichkeit und vielen anderen gibt, die als solche thematisiert werden sollten. Es geht uns um die Betonung einer kollektiven und universellen Frauenbefreiung, die nicht verhandelbar ist.

Die kapitalistische Produktionsweise, der die Rolle der Frau als Mutter nützt, befördert diese. Frauen sind auch heute noch mehrheitlich für die Reproduktionsarbeiten, d.h. Kindererziehung, den Haushalt, emotionale Fürsorge für Familie und Freunde, sowie sexuelle Dienstleistungen für Beziehungspartner usw. zuständig. Die Mehrfachbelastung (Hausarbeit, Erwerbsarbeit und die Organisation des Ganzen), der Frauen dabei ausgesetzt sind, findet häufig wenig Beachtung und wird in den meisten Fällen nicht entlohnt. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, reicht häufig die anfallende Haus- und Pflegearbeit für geringe Entlohnung an Frauen weiter, die sich in finanziell prekären Lagen befinden und in Deutschland häufig WoC oder Migrantinnen sind. Diese Arbeit findet meist unangemeldet und unversichert statt, wodurch den Frauen sowohl die Möglichkeit zur Lobbyarbeit, als auch des Aufbegehrens genommen wird.

Feministische Workshops, Vorträge und Vernetzung

Wir wollen Frauen, Trans- und Non-Binary-Personen in Form von Workshops und Vorträgen eine mögliche Perspektive bieten, selbst aktiv zu werden, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich praktisch und theoretisch in Dingen zu versuchen, die eigentlich männlich besetzt sind. Zudem möchten wir gemeinsam einen theoretischen Ansatz zu einer kritischen Analyse der Gesellschaft erarbeiten.

Wir wollen einen Querschnitt der Themenbereiche aufzeigen, in welchen uns feministische Theorie und Praxis notwendig und wichtig erscheint. Dazu gehören Auseiandersetzungen mit den vielfältigen Unterdrückungsmechanismen und Differenzen innerhalb der Kategorie Frau, aber auch mit den jetzigen kapitalistisch-patriarchalen Verhältnissen.

Wir wollen die Gesellschaft revolutionieren, indem wir einen feministischen Kampf gegen das Patriarchat und andere Herrschaftsformen führen! Dafür brauchen wir eine solidarische Praxis und kollektive Organisation. Wir wollen, dass sich Männer mit uns solidarisch zeigen und uns in unseren Kämpfen unterstützen, doch gehen wir davon aus, dass sie sich dafür kritisch mit ihrer eigenen Männlichkeit auseinandersetzen müssen. Außerdem sollen sie ein Bild über die Rollen der Frauen und Non-Binary Personen in dieser Gesellschaft bekommen. Daher wird es Workshops geben, die sich nur an Frauen & Non-Binary-Personen richten, Workshops, die sich an Männer richten, sowie Workshops & Vorträge, die für alle Geschlechter offen sind.

Wir wollen uns an Menschen aller Altersklassen und Gesellschaftsschichten richten. An Menschen, die sich schon ausführlich mit Feminismus auseinandergesetzt haben, aber auch an Menschen, für die die Thematik noch eine neue ist.

Weitere Infos:

Es gibt tagsüber, während der Veranstaltungszeiten, eine selbstorganisierte Kinderbetreuung, die v.a. von Männern übernommen wird. Es wird auch speziell an Kinder/Jugendliche adressierte Workshops geben. Einige unserer Workshops sind leider nicht barrierefrei zu erreichen. Diejenigen, die einen barrierefreien Zugang und Toilette bieten, sind als solche im Workshopplan ausgeschrieben.

Die Workshops finden in unterschiedlichen Räumlichkeiten in Connewitz statt.

Es gibt eine Mittagsverpflegung sowie einen Raum für Entspannung, inkl. Vorstellung Leipziger feministischer Gruppen vor Ort.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr uns gerne anschreiben. Eine Anmeldung für die Workshops ist nicht nötig.

Emailadresse: querschnitt_feminismus@riseup.net

Homepage: feministischerkampftag.blogsport.eu

feministische Kampftagsdemo Leipzig: 03.03. femnistischer Kampftag ist jeden Tag – solidarisch. Divers. Global

Chemnitz: 11.03. Solidarität mit den Gefangenen – Gewerkschafterinnen der JVA Chemnitz!

(Organisiert von: the future is unwritten und Prisma – Interventionistische Linke Leipzig)

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„Verpixelt oder löscht euch“ http://prisma.blogsport.de/2018/02/03/verpixelt-oder-loescht-euch/ http://prisma.blogsport.de/2018/02/03/verpixelt-oder-loescht-euch/#comments Sat, 03 Feb 2018 13:36:01 +0000 Administrator Allgemein Positionen http://prisma.blogsport.de/2018/02/03/verpixelt-oder-loescht-euch/

Ja, wir haben nach der Frauen*kampftags-Demonstration im März 2017 Fotos der ersten Reihen getweetet, die nicht verpixelt waren. Ja, wir haben im Januar 2018 Fotos von der Oury-Jalloh-Demo gepostet, die nicht verpixelt waren.

Aufgrund dieser Fotos hat uns sowohl Kritik aus dem entsprechenden Frauen*kampftags-Bündnis, als auch von anderen Akteur*innen der linken Szene per Mail, im Gespräch und auf Twitter erreicht.


Zu Recht, denken jetzt vermutlich die meisten von euch. Wir nehmen die Kritik (besonders die solidarische) und vor allem die Sorge um unverantwortlichen Umgang mit Bildern sehr ernst und wollen die Gelegenheit nutzen, darüber in einen Austausch mit euch zu kommen. Unsere Position hat viel mit unserer gesellschaftlchen Analyse und unserem Politikstil zu tun, nicht damit, dass wir einfach so gerne Fotos machen und Verpixelungssoftware zu kompliziert finden. Wir kennen die Argumente gegen Fotos und für Verpixelung, wir haben sie teilweise Jahre gelebt, wir haben Verständnis für Angst vor Nazis und Repression, aber wir finden die daraus resultierende Praxis zu einseitig und unserer Zeit und Aktionsformen nicht mehr gerecht.
Gibt’s eigentlich gute Gründe, die rechtfertigen, unverpixeltes Bildmaterial von Aktionen im Internet zu verbreiten? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas weiter vorne anfangen.

Is it an IL*ness?

Eine unserer grundlegenden Motivationen ist der Versuch, keine exklusive linke Gruppe zu sein, die lediglich sich selbst und im besten Falle die linke Szene ihrer Stadt bespaßt. Wir sind überregional vernetzt und organisiert, wir versuchen, in vielen Städten greifbar – und im besten Fall damit eben auch sichtbar im öffentlichen Diskurs – zu sein. Darum ist es uns wichtig, anschlussfähige Politik zu machen, Transparenz zu schaffen an Orten, an denen sonst eben zensiert wird. Unsere Anliegen werden oft überschattet von unserer Darstellung im medialen Diskurs. Wir glauben, dem Mythos der „gefährlichen Linksradikalen“ (vgl. ungefähr alle Medien nach G20) punktuell entgegenzusteuern und ihnen ein Gesicht zu geben, hilft uns zu verdeutlichen, dass wir alles andere als brandgefährlich sind, und die Gründe, aus denen wir auf die Straße gehen, mehr als legitim. Menschen, die unsere Anliegen teilen, sind teilweise abgeschreckt von unserer Außenwahrnehmung, das sollten wir als Linke reflektieren und bedenken, wenn wir mehr Menschen erreichen wollen. Klar, gefährlich und abschreckend kann stellenweise sinnvoller Teil einer politischen Konfrontation sein. Wir verlangen von uns und anderen diesbezüglich den Willen zur Differenzierung. Denn die Frage nach der Außenwirkung einer Aktion, zu der Fotos gehören, kann je nach beteiligten Akteur*innen und dem größeren politischen Themenfeld ganz unterschiedlich sein. Pauschale Antworten, eine pauschale Praxis bringt uns hier nicht weiter.

Aber nach G20 ist alles anders?!

Besonders nach G20 ist die Lage verschärft. Man braucht sich bloß einmal oberflächlich mit dem Fall „Fabio“ zu beschäftigen, einem 18-Jährigen, der von Anfang Juli bis Ende November in Untersuchungshaft saß, weil ihm vorgeworfen wird, Teil einer „gewalttätigen Demonstration“ gewesen zu sein. Auch die bereits erwähnte Berichterstattung sorgt bei den allermeisten von uns wohl für Magengeschwüre. Leider bedeutet G20 im Nachgang nicht „nur“ viel Ärger für Einzelne, sondern auch eine enorme negative Aufmerksamkeit für jeglichen linken Handschlag. Auch wenn sich die Lage im Vergleich zum Sommer mittlerweile etwas beruhigt hat, so bleibt doch ein fader Nachgeschmack und viele Augenpaare, die fest auf uns gerichtet sind.

Es steht auch eine weitere Neuerung im Raum, die einem durchaus den Appetit verschlagen kann, denkt man an unverpixelte Aktionsfotos. Seit Ende August 2017 liegt eine Gesetzesänderung des § 163 StPO vor. Eine Zeug*innenaussage kann nun nicht mehr einfach verweigert werden, sondern:

„Zeugen sind verpflichtet, auf Ladung vor Ermittlungspersonen der
Staatsanwaltschaft zu erscheinen und zur Sache auszusagen, wenn der
Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt.“

Was das für Auswirkungen auf linke Strukturen haben könnte, braucht an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt zu werden. Soweit, so schlecht. Dennoch wollen wir es gerade jetzt wagen, diese Diskussion zu führen: Auf die anfängliche Frage, ob es eigentlich gute Gründe für unverpixelte Fotos gibt, lautet unsere Antwort: Ja, die gibt es!

Hat die IL Leipzig noch alle Tassen im Schrank?

Dass linksradikale Politik dämonisiert wird, das ist nichts Neues und dagegen gilt es sich zu wehren. Nach G20 gibt es nun also die Befürchtung, dass alles noch schlimmer wird. Der richtige Zeitpunkt also, um sich zu fragen: Wie genau wehrt man sich eigentlich?
Wir sind der Auffassung, dass es dazu nicht nur Widerspruch gegen diese Dämonisierung aus den eigenen Reihen braucht, sondern auch aus Spektren, die vielleicht weniger radikal sind. Wie erreicht man aber diese uns doch oftmals unzugänglichen Spektren? Diese Frage ist uns sehr wichtig. Es gibt viele Ideen und Ansätze, ihr beizukommen. Eine hat mit der Außenwirkung unseres Auftretens zu tun.

„Der Black Block macht vielen Angst, er ist gewalttätig, sein Protest illegitim.“
Dass eine Demonstration in den seltensten Fällen nur aus einem Black Block besteht, dieser mitnichten immer gewalttätig und sein Protest in den allermeisten Fällen legitim ist, das ist die Botschaft, die wir vermitteln wollen und müssen. Unsere Antwort auf diese Klischees der breiten Mehrheit und auch auf drohende Repression darf jedoch nicht sein, uns in der Öffentlichkeit zu ducken, unkenntlich zu machen und zu verstellen. Gegen Klischees hilft die Information, die sie widerlegt. Gegen Repression hilft eine Verankerung in der Gesellschaft.

Ein gutes Beispiel ist hier die „dazusetzen“- Kampagne.
Eine Sitzblockade gegen LEGIDA wird mit ungewöhnlicher Härte abgestraft. Dagegen formiert sich Protest von Betroffenen, Eltern, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, die mit ihrem Bündnis gezielt an die Öffentlichkeit gehen und so auf eine absolut unverhältnismäßige Verfahrensweise und Delegitimierung von legitimem Protest aufmerksam machen. Hier wird Empörung sichtbar, die weit über die linken Gruppen in Leipzig hinausgeht – und das ist gut so!

Wir glauben, dass es wichtig ist, eine Sprechfähigkeit zu erzeugen, welche es uns ermöglicht, unsere Sicht auf die Dinge kundzutun und mit Missverständnissen und Vorurteilen aufzuräumen. Dabei ist auch Transparenz wichtig. Wenn Polizei und unprofessionelle Presse die einzigen Parteien sind, die sich zu den Ereignissen rund um eine Aktion äußern, so überlassen wir ihnen die Definition der Situation. Aber was hat das denn jetzt eigentlich alles mit Verpixelung zu tun?

Aussage gegen Aussage

Um Eindrücke zu vermitteln, sind Fotos stets ein ideales Mittel. Sie sind leicht und schnell zu konsumieren, sie vermitteln Emotionen und sie ermöglichen einen Einblick in die Situation vor Ort.
Ein Foto jedoch, auf dem Gesichter unkenntlich gemacht wurden, schafft es nur in den allerseltensten Fällen, starke Emotionen zu vermitteln.
Die Frage lautet: Wieso sollen wir uns verstecken, wenn wir doch mit Aktionen die Öffentlichkeit und ihre Aufmerksamkeit suchen? Wieso sollen wir unseren Aktionen, im realen Geschehen wie auch im Internet, durch Vermummung und Verpixelung den Anschein von Illegalität, ja gar Illegitimität verleihen? Spielen wir damit nicht denen in die Hände, denen es wirklich nutzt? Und bringen wir uns nicht um unsere eigene Geschichtsschreibung und überlassen damit anderen die Deutung unserer Anliegen und Aktionen?

Aber die Repression?

Repression wirkt sehr stark auf soziale Bewegungen durch die Angst und Abschreckung, die sie produziert. Wenn wir uns ständig selbst zensieren und aus Angst vor Bildern auf Latschdemos die Köpfe wegducken, machen wir das dann, um Repression zu entgehen, oder hat uns die Repression da nicht schon voll erwischt? Ist es nicht auch legitim, sein Gesicht zeigen zu wollen? Keine Sorge, wir sind nicht der Meinung, jetzt wild alles und jede*n fotografieren zu müssen. Aber sollten wir nicht differenzierter diskutieren, wenn es um die Darstellung von Aktionen und Fotos von Personen geht und auch die Argumente bedenken, die fürs „Gesicht zeigen“ sprechen? Niemandem soll ungefragt eine Kamera unter die Nase gehalten werden und ja, Fotos können ein Risiko für Personen sein. Aber daraus ein allgemeines Fotoverbot abzuleiten und alle zu verteufeln und anzuschreien, die ihr Gesicht zeigen wollen, bringt unsere Anliegen nicht weiter. Wir sind allen Menschen dankbar, die für unsere Sache ihr Gesicht zeigen. Ob nachdenklich im Interview, entschlossen in den ersten Reihen oder motivierend auf Podien. Sie geben unseren Aktionen Gesichter und oft sind es diese Gesichter, die in Erinnerung bleiben und die Anliegen vermitteln.

Damit wollen wir nicht wegwischen, dass es dennoch gute Gründe geben kann, nicht auf Fotos auftauchen zu wollen. Wer in einer Kleinstadt im Umland lebt, für den kann es leichter negative Folgen haben, auf einem Bild zu sehen zu sein, als für uns in einer „anonymen“ Großstadt. In Zeiten quasi unbegrenzter Speicherbarkeit kann es Angst machen, was in ein paar Jahren mit Fotos geschieht. Auch finden manche Aktionen in Grauzonen statt, die oben angesprochene Sitzblockade ist dafür ein gutes Beispiel: Natürlich ist diese nicht legal und somit wollen manche dort eventuell unerkannt bleiben. Dafür kann es gute Gründe geben und es hilft kein einfacher Appell, für die eigenen Überzeugungen einzustehen und auch mal negative Folgen in Kauf zu nehmen. Aber wir sollten uns auch nicht täuschen, denn ob im Nachhinein Fotos von unseren Aktionen vorhanden sind, liegt bei hochauflösenden Handykameras, Polizeidrohnen und anwesender Presse nicht in unserer Hand. Oder besser gesagt, es liegt eher in unserer Hand, wenn wir einen Umgang damit finden – und das kann statt Fotoverbot auch einen offensiven öffentlichen Weg oder kreative Kleidung bedeuten. In den Diskussionen rund um EndeGelände haben wir dazu viel gelernt.

Und wie stellt ihr euch das vor?

Was es aus unserer Sicht daher braucht, ist eine offene Diskussion über einen vermittelnden Weg, der beide Positionen in einen Ausgleich bringt. Dies könnte für uns zum Beispiel bedeuten: Im Vorfeld wird abgewogen, welchen gesellschaftlichen Rückhalt und welchen Charakter eine Aktion hat und ob es vertretbar ist, davon Fotos mit erkennbaren Menschen zu machen.
Falls ja, werden erkennbare Fotos nur von den ersten Reihen einer Demonstration gemacht, die eh im besonderen Fokus stehen (und häufig sowieso unverpixelt auf LVZ.de zu finden sind). Zum Gedenken an Oury Jalloh hat sich die Initiative immer eine offene Demo gewünscht und selbst Fotos von ihren Aktivist*innen ins Netz gestellt. Bei Fotos von Ordnungswidrigkeiten wird vorher gefragt, ob Personen damit nicht einverstanden sind. Es werden keine Fotos von Straftaten gemacht. Es werden keine Portraitaufnahmen von Leuten veröffentlicht, die nicht einverstanden sind.
In Bündnissen müssen diese Fragen vorher in jedem Fall besprochen und beschlossen werden, wir müssen uns Gedanken darum machen, wie man auch neueren Leuten vermitteln kann, dass dies nicht bedeuten darf, dass nun alle Teilnehmer*innen auf Aktionen wahllos Fotos schießen und diese ins Internet stellen. Viel gefährlicher sind jedoch meist Fotos von Unbeteiligten zur falschen Zeit. Auch wir sprechen Menschen direkt an, wenn sie uns ungewünscht filmen o. Ä.

Ihr merkt schon, dies ist kein einfach abzuarbeitendes Thema. Wir sind uns der Konsequenzen und der Herausforderungen bewusst und ringen um Ideen und die richtige Handhabe – daher wollen wir es auch nicht alleine beantworten, sondern mit euch allen diskutieren, wie ein guter Umgang damit gefunden werden kann. Wir würden die Diskussion gern solidarisch führen, gerade weil es für viele ein sensibles Thema ist.

Zum weiterlesen: Ein Text der Filmpiraten von 2013: http://www.filmpiraten.org/2013/03/gegen-die-unterbelichtung-der-linken-bewegung/#more-538

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