Gegen die Neue Rechte in Theorie und Praxis: Veranstaltungsreihe // Gemeinsame Anreise aus Leipzig zur IB-Demo am 17.06.

ib-berlin-1706Von Ende Mai bis MItte Juni organisieren wir in Leipzig mehrere Veranstaltungen zur Neuen Rechten in Deutschland und Österreich. Besonders die Identitären Bewegung (IB) steht im Fokus. Anschließen fahren wir am 17.06. gemeinsam nach Berlin, um den jährlichen Aufmarsch der IB zu verhindern.

Die Neue Rechte ist auf dem Vormarsch – sei es in den Parlamenten oder auf der Straße. In Ostdeutschland scheint der Nährboden für ihre extrem rechte Ideologie besonders gegeben zu sein. Sei es der sächsische Biblebelt, Dresden als Hauptstadt der PEGIDA-Bewegung oder die Achse Schnellroda – Halle als Verbindungsglied zwischen der Identitären Bewegung in Österreich und Deutschland.

Ihre Aktivisten verschaffen sich immer wieder Zugang zu prominenten Orten. Sie klettern auf das Brandenburger Tor, hängen Großbanner an den Kölner Hauptbahnhof oder an das Antikriegsdenkmal vor der Dresdner Frauenkirche. Danach verschwinden sie schnell. Mit Fotos und Videos vermarkten sie ihre Aktionen in den Sozialen Netzwerken und auf YouTube.

Hinter den vermeintlich großen Aktionen steckt jedoch nur ein kleiner Kreis an Kadern. Diese versuchen durch größtmögliche mediale Inszenierung eine Bewegung vorzutäuschen, die sich real an nur wenigen Aktivist*Innen entlang hangelt. Für den 17. Juni 2017 mobilisiert die Identitäre Bewegung nach Berlin – vorrangig, um neue Interessent*Innen zu begeistern und ihren Kadern die Möglichkeit zur Selbstinszenierung zu bieten. Dies gilt es zu verhindern! Wenn wir es schaffen, ihnen die Symbolik ihrer Bilder zu nehmen, ist für sie die Aktion gescheitert.

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise nach Berlin ist am Samstag, 17.06.2017, 8:45 Uhr, Gleis 2, Leipzig Hbf

Kommt auch zu den Veranstaltungen:

31.05.2017: Jennifer Stange – Der sächsische Biblebelt und Verbindungen zur „Neuen Rechten“

06.06.2017: David Begrich – Strategien der „Neuen Rechten“

13.06.2017: Judith Götz – „Heimatliebe ist nicht nur Männersache“ – Ideologie, Aktionismus und Geschlechterbilder der „Identitären“ (in Österreich)

Die Veranstaltungen finden jeweils um 19 Uhr im Seminarraum S420 an der Uni Leipzig statt.
 
Jennifer Stange – Der sächsische Biblebelt und Verbindungen zur „Neuen Rechten“
31.05.2017 – 19:00 Uhr
Seminarraum S 420
 
In Sachsen gibt es einen starken evangelikalen „Biblebelt“, dessen Protagonist*innen sich für repressive, patriarchale Gesellschaftsentwürfe stark machen. Evangelikale Christ*innen haben eine erzkonservative Sexualmoral, sind gegen jede Form von Homosexualität, für das klassische Familienbild und prinzipiell islamfeindlich. Die Journalistin Jennifer Stange setzt sich seit einiger Zeit eingehend mit den evangelikalen Strömungen in Sachsen und deren gesellschaftspolitischer Einflussnahme auseinander. In der Veranstaltung soll der „Biblebelt“ und die Verbindungen fundamenta-listischer Christ*innen zur (sächsischen) CDU und zu Akteuren der Neuen Rechten beleuchtet werden.
 
David Begrich – Strategien der „Neuen Rechten“
06.06.2017 – 19:00 Uhr
Seminarraum S 420
 
Die Neue Rechte. Wer soll das sein? PEGIDA? Die AfD? Oder eine neue soziale Bewegung von rechts, die seit mehr als zwei Jahren das politische Koordinatensystem der Bundesrepublik nachhaltig verschoben hat? Der Vortrag geht der Frage nach der Herkunft einer Neuen Rechten in Deutschland, ihren Ursprüngen und Quellen ebenso nach, wie den aktuellen Erscheinungsformen in Politik und Publizistik. Gefragt wird nach den Erfolgsbedingungen neurechter Politikangebote und der Rolle der politischen Popkultur bei der Kommunikation rechter und rassistischer Inhalte.
 
Judith Götz – „Heimatliebe ist nicht nur Männersache“ – Ideologie, Aktionismus und Geschlechterbilder der „Identitären“ (in Österreich)
13.06.2017 – 19:00 Uhr
Seminarraum S 420
 
 
In ihren aufmerksamkeiterregenden Aktionen greifen die rechtsextremen „Identitären“ nicht selten auch geschlechterpolitische Themen auf. So entrollten sie im Novenber 2016 beispielsweise auf dem Balkon der Bundesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin ein Transparent mit der Aufschrift „Ihr habt unsere Frauen längst vergessen“, darüber das Wort „Frauenrechte“ durchgestrichen, „Multikulti und Masseneinwanderung“ jedoch markiert. Dabei zeigt sich, dass seitens der „Identitären“ einerseits Frauen*rechte instrumentalisiert und mit einer rassistischen Logik versehen werden. Andererseits werfen sie „den Linken“ vor, nicht nur mit „Multikulti“ sondern auch in Bezug auf die Pluralisierung von geschlechtlichen Identitäten „Gleichmacherei“ zu betreiben. In ihrer Berufung auf vermeintlich „natürliche“ Vorstellungen von Heterosexualität und (komplementär und hierarchisch gedachte) Zweigeschlechtlichkeit zeigt sich sehr deutlich, dass hinter der vermeintlich modernisierten Variante des Rechtsextremismus alt bekannte sexistische und antifeministische Denkmuster stehen, die sich kaum vom klassischen Rechtsextremismus unterscheiden. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion werden die Geschichte der „Identitären“ im deutschsprachigen Kontext sowie ihre Ideologien nachgezeichnet und dabei der in den Reihen der „Identitären“ kultivierte Antifeminismus und Sexismus, die damit verbundenen Geschlechterbilder sowie die Beteiligung von Frauen* ins Zentrum der Analyse gerückt. Judith Götz ist Literatur- und Politikwissenschaftlerin und Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (www.fipu.at) sowie des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus (www.frauen-und-rechtsextremismus.de/cms/). Im Herbst 2017 erscheint der von ihr mitherausgebene Sammelband „Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘“.


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