Der 1.Mai in Halle: Ein absoluter Erfolg!

Nach 2003 und 2011 wollten Nazis zum dritten Mal am 1. Mai in Halle aufmarschieren. Und zum dritten Mal scheiterten sie an den Gegenproteste. Durch Sitzblockaden wurden alle Wege der Nazis von ihrem Startpunkt am Bahnhof versperrt. Weit über 1.000 Menschen beteiligten sich daran. Zu verdanken ist dies wohl in erster Linie der kontinuierlichen Arbeit des Bündnisses „Halle gegen Rechts“, dass verschiedenste Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen vereint und zu den Blockaden aufrief. In der ganzen Stadt bestand so ein breiter Konsens gegen die Nazis. Daher nahmen viele Menschen über unser engeres Spektrum hinaus an diesen Aktionen des zivilen Ungehorsams teil. Insgesamt beteiligten sich an den Protesten sogar ungefähr 4.000 Menschen.

Den Nazis, die wohl zu gern eine Machtdemonstration im „linken“ Halle veranstaltet hätten, wurde klar gemacht, dass für ihre offene NS-Verherrlichung hier kein Platz ist. Die Gegendemonstrantionen hingegen konnten bunt und lautstark singend durch die Stadt ziehen und auch inhaltlich unterstreichen, dass es statt des völkischen „Antikapitalismus“ eine solidarische Alternative zum Bestehenden braucht. Da auch die gemeinsame An- und Abreise von und nach Leipzig problemlos funktionierte, sind wir mit dem Tag absolut zufrieden.

Für die nach Halle mobilisierenden Nazis hingegen wurde der 1. Mai zum Desaster. Bereits die Mobilisierung blieb deutlich unter den Erwartungen beziehungsweise Befürchtungen. Im Vorfeld wurde von den Organisator_innen noch über die erste nazi-spektrenübergreifende Demonstration seit Jahren fabuliert, weil die Jugendorganisation der NPD nach dem gescheiterten Verbotsverfahren wieder radikaler auftritt und ebenfalls nach Halle mobilisierte. Außerdem kündigten Kameradschaften und der „Schwarze Block“ der Nazis um das selbsternannte „Antikapitalistische Kollektiv“, die letztes Jahr noch an der Demo der ebenfalls offen neonazistischen Partei „Der III. Weg“ in Plauen teilnahmen, ihr Kommen an. Dennoch folgten insgesamt nur etwa 450-500 Nazis dem Aufruf. Dies waren kaum mehr als letztes Jahr beim Aufmarsch von „Die Rechte“ in Erfurt. Nimmt man die Zahlen der beiden Aufmärsche von „Der III. Weg“ und „Die Rechte“ zusammen, sank die Zahl der Teilnehmenden im Vergleich zum Vorjahr um circa ein Viertel.
Auch der weitere Verlauf des Tages gestaltete sich für die Nazis wenig erfolgreich. Nachdem sie wegen der Blockaden in Halle keinen einzigen Meter laufen konnten, verfolgten sie anschließend das Konzept, in umliegenden Kleinstädten unangemeldete Demos durchzuführen. Dies kann als Niederlage der Nazis verstanden werden, denn die politische Wirkung einer Demo in einer menschenleeren Kleinstadt und ohne Presse dürfte, abgesehen von der Einschüchterung möglicher Gegner_innen, gegen null gehen. Aber es wurde noch besser: Insbesondere der „Schwarze Block“ der Nazis wollte noch ein wenig Action und griff nach der Ankunft in Apolda die Einsatzkräfte an. Kurz darauf wurden über hundert Nazis von der Polizei festgesetzt. Nachdem sie zunächst kraftmeierisch auf Twitter verkündeten, dass Apolda ihre Stadt sei und sie die Polizei vertreiben würden, bekamen sie nach den Festnahmen Muffensausen. Die betreffenden Tweets wurden gelöscht, sich stattdessen nun über Polizeigewalt beklagt, die eigene Verantwortung bestritten und behauptet, Kinder hätten die Polizisten beworfen! Wen diese lächerliche Vertuschungs“strategie“ überzeugen soll, wissen wohl nur die Nazis selber. Eine andere Gruppe Nazis griff in Halle mehrere unbeteiligte Jugendliche, die von den Nazis fälschlich für Gegendemonstrant_innen gehalten wurden, an und verletzte diese zum Teil schwer. Hilfe von herbeieilenden Antifaschist_innen kam leider zu spät, aber wenigstens wurden die angreifenden Nazis fotografiert. Zu hoffen ist, dass sich die Nazis durch diese Aktionen und die daraus resultierenden Repressionen selber stark geschwächt haben und wie im letzten Jahr interne Streits folgen werden. In dem ihnen eigenen Größenwahn kündigten sie bereits an, nächstes Jahr am 1. Mai in Leipzig marschieren zu wollen. Wir hoffen, mit euch allen dann einen ähnlich erfolgreichen Tag zu verbringen.

Den verletzten Jugendlichen wünschen wir gute Besserung!
Wir danken allen, die gestern mit uns auf der Straße waren und den Nazis in Halle eine weitere Niederlage beigebracht haben!


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