Just in Transition – Soziale und ökologische Kämpfe zusammenbringen

Diskussionsveranstaltung | 11.12 | 18:00 | Interim (Demmeringsstraße)

Unsere Gesellschaften befinden sich in einer multiplen Krise! Wachstumsbasierte Ökonomien sind mitverantwortlich für ökologische Zerstörung, soziale Ungleichheit und Armut. Damit einher geht eine Lebensweise, die auf Kosten der Gesundheit und Lebensqualität von Arbeitskräften im globalen Süden stattfindet. Verknappungen und Verteuerungen von Öl und Energie führen aber auch hierzulande zunehmend zu sozialen Verwerfungen. Die bewusste Gestaltung sozial-ökologischer Lebensweisen basiert daher häufig auf einer relativ wohlhabenden Position in der Gesellschaft. Deshalb müssen auch die strukturellen Möglichkeiten, Wohlstand neu zu definieren für alle gesellschaftlichen Gruppen gegeben sein. Soziale Ungleichheit ist ein wichtiges politisches Interventionsfeld umd ökologische Kämpfe gesamtgesellschaftlich anschlußfähig zu machen. Dies betrifft aktuell vor allem die Frontstellung mit der Gewerkschaften bzw. den Lohnarbeiter_innen in ökologisch schädlichen Industrien.

Die internationalen Klimaverhandlungen scheinen kein sinnvolles zu intervenierendes Politikfeld mehr zu sein, da dort trotz mehrfachen intensiven Protests keine wirksamen politischen Maßnahmen zur Lösung der sozial-ökologischen Krise getroffen wurden. Auch von individuellen Konsumveränderungen versprechen wir uns keine gesamtgesellschaftlichen Veränderungen, da auch hier wieder Klassenverhältnisse reproduziert werden. Was können also langfristige Perspektiven für kollektive politische Organisierungen sein, die Klassenverhältnisse in sozial-ökologischen Themen ernst nehmen und gleichzeitig auf darüber hinaus gehende gesellschaftliche Produktions- und Lebensweisen verweisen?

Referentin: Jana Flemming, freiberufliche Sozialwissenschaftlerin, Berlin