Pressemitteilung „Konvoi der Hoffnung“ 15.09.15

English Version below.

+++ Internationaler Fluchthilfekonvoi mit 50 Autos aus Deutschland, Tschechien und Österreich bringt am 14.09.15 über 200 Flüchtende aus dem Ungarischen Grenzgebiet nach Wien. +++

Am Morgen des 14.09.15 ist aus Leipzig der „Konvoi der Hoffnung“ aufgebrochen, dem sich aus Dresden, Prag und Wien FluchthelferInnen angeschlossen haben. Ziel des Konvois war der Grenzort Nickelsdorf (Österreich), an dem heute tausende Flüchtende angekommen sind, die aus den geräumten Ungarischen Lagern dorthin gebracht wurden. Ab dem 15.09 wird die Kriminalisierung von Flüchtenden und ihren HelferInnen in Ungarn drastisch zunehmen. „Von Deutschland aus hat sich eine Kettenreaktion der Abschottung in Gang gesetzt, eine Grenze nach der anderen wird dicht gemacht. Alle versuchen jetzt so schnell wie möglich nach Österreich und Deutschland zu kommen. Wir haben heute hunderten erschöpften Menschen bei einer Fluchtetappe geholfen, denn wo Unrecht zu Recht wird, wird Fluchthilfe zur Pflicht.“ so Jan Liebig vom „Konvoi der Hoffnung“.

Seit Montag hat Deutschland die Grenzen zu Österreich partiell geschlossen und Grenzkontrollen wieder eingeführt. Der Fluchthilfekonvoi versteht sich als Teil einer Gegenbewegung zu dieser Politik der Abschottung. „Während vor ein paar Tagen noch von Willkommenskultur die Rede war, wurde die Abschottung der Grenzen bereits vorbereitet. Menschen, die verzweifelt sind, werden sich von diesen Abschreckungsmaßnahmen nicht aufhalten lassen. Wer jetzt die Grenzen schließt verunmöglicht sichere Fluchtrouten, nimmt Elend und Tod an den Grenzen in Kauf. Wir werden deswegen in den nächsten Tagen Wege finden, diese kaltherzige Abschottungspolitik zu unterlaufen.“

Im krassen Kontrast zur jüngsten Verschärfung des Asylrechts durch die große Koalition und der Außerkraftsetzung des Schengener Abkommens haben in den letzten Wochen tausende Menschen Flüchtende willkommen geheißen und auf ihrer Flucht unterstützt. Dazu Liebig: „Wir verstehen uns als Teil einer transnationalen Solidaritätsbewegung gegen die tödliche Festung Europa. Die Flüchtenden und die Solidarität vieler Menschen haben in den letzten Tagen das menschenfeindliche Dublin-System erschüttert. Daran knüpfen wir mit unserm Konvoi an. In der Fluchthife tausender Menschen, scheint in diesen Tag auch ein solidarisches Europa ohne Grenzen auf, für das wir kämpfen.“

Der Konvoi berät zur Zeit über weitere Aktionen gegen die Schließung der deutschen Grenzen zu protestieren.

Pressekontakt: Jan Liebig, Telefonnummer: +49 1578 – 63 71 892
Weitere Fragen gerne per Mail an konvoi@riseup.net
Auf twitter kann der Konvoi unter #carsOfHopeLE verfolgt werden





Press release „Convoy of Hope“ 15th September 2015

International Refugee Support Convoy transports 200 Refugees from hungarian border to vienna on 14.09.2015

In the morning of 14.09.15 the „convoy of hope“ startet from Leipzig, followed up by cars from Dresden, Prague and Vienna. Destination was the boarder location Nickelsdorf (Austria), where thousands of Refugees arrived today, who where brought to the border by hungarian authorities after eviction of the camps in Hungary. Since the 15.09.15 the criminalisation of Refugees and their supporters in hungary are increasing. „Coming from Germany, a series of reactions of compartmentalisation started. One border after the other gets closed. Everyone tries to get from Austria to Germany as fast as possible. Today we helped hundreds of exhausted on a stage of their journey, because when injustice becomes law, Refugee support becomes duty.“, says Jan Liebig from the „Convoy of Hope“.

On monday Germany partly closed it’s borders to Austria and reintroduced border controls. The „Convoy of Hope“ understands itself as a part of a movement against the politics of Fortress Europe. „While a few days ago everybody kept talking about the wave of hospitality among the germans, the closing of the innereuropean borders was prepared. People, who are desperate, will not be stopped by that. Who closes the borders now, makes safe escape routes impossible and accepts misery and death at the borders. Because of that, in the next days we will find ways to undermine these coldhearted politics of separational politics.“

In contrast to the youngest increase of asylum law through the grand coalition and the cancellation of the Schengen convention, thousands of people where welcoming Refugees and supported them on their journey. Jan Liebig:“We understand ourselves as part of a transnational movement of solidarity against the deadly Fortress Europe. The Refugees, supported by the solidarity of many people is shaking on the foundations of the inhuman Dublin-system. We see ourselves in a row with them. In the support of thousands of Refugees, appears a Europe of solidarity and without borders. That’s what we‘re fighting for.“

Right now, the convoy debates about further actions of protest against the german borders.

Contact: Jan Liebig, phone number: +49 1578 – 63 71 892
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