Convoy of Hope – Fluchthilfe Konvoi aus Leipzig nach Ungarn gestartet

English Version below.

Heute in den frühen Morgenstunden ist ein Autokonvoi mit fünfzehn Autos von Leipzig nach Ungarn aufgebrochen, um Geflüchtete auf ihrem Fluchtweg, den viele in den letzten Tagen zu Fuß zurücklegen mussten, zu unterstützen. Dem „Konvoi der Hoffnung“ aus Leipzig werden sich in Dresden, Prag und Wien weitere Autos anschließen. Der Konvoi wird die Stadt Győr in Ungarn anfahren und von dort Geflüchtete – zunächst – nach Wien bringen.

In Ungarn treffen derzeit täglich tausende Flüchtende ein und werden in Lagern z.B. in Röszke, Bicske oder Vámosszabadi unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Österreichische Helfer beschreiben die dortigen Zustände als unmenschlich und auch das UNHCR urteilt, dass die Lager nicht für Übernachtungen und längeren Aufenthalt geeignet sind. Trotz dieser Zustände hindern Polizei und Militär, teils mit offener Gewalt, die Flüchtenden an ihrem weiteren Weg. Dazu Pressesprecher Jan Liebig: „In Ungarn herrschen Zustände, die wir nicht hinnehmen können. Es ist unsere humanitäre Pflicht jetzt Menschen hier her zu holen. Täglich sterben Menschen bei dem Versuch, Kriegen und sozialer Not zu entfliegen. Wo Unrecht zu Recht wird, wird Fluchthilfe daher zu Pflicht.“

Der Konvoi möchte die Menschen daher auf ihrem Weg zu begleiten und unterstützen. Bereits vergangenen Sonntag hat ein Konvoi mit über 170 Autos aus Wien in einem Akt zivilen Ungehorsams zahlreiche Geflüchtete bei ihrem Weg über die Grenze unterstützt und so das europäische Grenzregime unterlaufen. Daran knüpft der heutige Konvoi aus Leipzig an.

Gestern wurde zudem bekannt, dass Deutschland das Schengen-Abkommen, das freie Grenzübertritte innerhalb der EU gewährt, temporär ausser Kraft setzt und in den nächsten Tagen Passkontrollen an den deutschen Grenzen durchführen will. Tschechien hat umgehend mit ähnlichen Maßnahmen reagiert. Zudem wird sich die Situation in Ungarn in den kommenden Tagen weiter zuspitzen: am 15.09. wird dort die Kriminalisierung von Flüchtenden und ihren Helferinnen und Helfern verschärft und Ungarn hat bereits begonnen, die Grenze nach Serbien militärisch abzuriegeln. Für Menschen ohne europäischen Pass wird es damit faktisch erneut unmöglich, unter menschenwürdigen Bedingungen Schutz und Asyl zu finden. Liebig dazu: „Wer jetzt wie Verkehrsminister Dobrindt davon spricht, dass die Grenzen der Belastbarkeit erreicht seien und die Grenzen wieder geschlossen werden müssen, macht gemeinsame Sache mit den Brandstiftern und nimmt den Tod und das Elend an Europas Grenzen billigend in Kauf.“

Gerade angesichts dieser aktuellen Entwicklung und der humanitären Katastrophe in Ungarn ist zivile Hilfe für Flüchtende dringend notwendig. Daher appeliert Liebig: „Wir rufen die Behörden in Deutschland, Österreich und Ungarn auf, uns bei diesem Akt humanitärer Nothilfe nicht zu behindern!“

Pressekontakt: Jan Liebig, Telefonnummer: +49 1578 – 63 71 892
Weitere Fragen gerne per Mail an konvoi@riseup.net
Auf twitter kann der Konvoi unter #carsofhopele verfolgt werden

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Refugee Convoy from Leipzig to Hungary started

14th September, 2015

In today’s early morning hours a car convoy of fifteen cars started from Leipzig to Hungary, to support refugees on their escape route, which many of them were taking on by feet. Lots of cars in Dresden, Prague and Vienna will join the “Convoy of Hope” from Leipzig. The Convoy will drive to the City of Györ in Hungary and take the refugees from there to Vienna.
Thousands of refugees are arriving in Hungary on a daily basis and are detained in camps such as in Röszke, Bicske or Vamosszabadi in devastating conditions. Austrian supporters report the situation as degrading while UNHCR judges the lagers would not be suitable for stay – over – nights and a longer stay. Despite these conditions police and army prevent refugees to take on their further way, sometimes openly violent. Spokesperson Jan Liebig: “The situation in Hungary is not acceptable. It’s our humanitarian duty to bring people here now. People are dying daily at their attempt to escape war and social misery. Where injustice becomes the law, refugee support is a duty.”

The Convoy wants to accompany and support people on their way. Already last Sunday a convoy with over 170 cars from Vienna supported refugees on their way crossing the border and by that undergoing the European border regime in an act of civil disobedience. Today’s convoy ties on that.
Yesterday was announced that Germany is going to make the Schengen Arrangement, which grants free crossing of borders, become temporarily inoperative and also wants to do passport inspections at German borders the next days. Czech Republic reacted with similar measures. The situation in Hungary will be even worse in the following days: on 15.09. The criminalization of refugees and supporters will be tightened and Hungary already started to seal of the border to Serbia. By that it is impossible for people without a European passport to find shelter and asylum under decent conditions. Liebig again: “Whoever, such as Traffic Minister Dobrindt, speaks of ending capacities of borders, which should beclosed again, joins a common course with fire starters and is willing to accept death and misery at Europes borders.

Especially under these current developments and the humanitarian disaster in Hungary, civil help for refugees is urgent. Therefore Liebig demands: “We call up on the authorities in Germany, Austria and Hungary not to block us and interfere this act of humanitarian emergency relief!”

Contact: Jan Liebig, phone number: +49 1578 – 63 71 892
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