Von Blockupy zu No Expo

MobiVa | 13.04 | 20:30 | Linxxnet

Blockupy, der 18. März war, seiner Symbolhaftigkeit zum Trotz, ein Ort der kollektiven Zusammenkunft sozialem Kämpfer_innen aus ganz Europa. Das kann es aber nicht gewesen sein. Wir wollen den nächsten Schritt gehen und die Flucht nach vorne antreten: Kommt mit uns zu den Protesten gegen die Expo in Mailand!

Im Folgenden dokumentieren wir Teile eines Aufruf italienischer Gruppen gegen die Expo:

„Das Großevent, welches unsere Stadt zerstört und welches sich als Laufsteg darstellt, um die Mechanismen der Prekarisierung des Lebens und der Arbeitswelt zu festigen und zu intensivieren, die unsere Generation an eine Nicht-Zukunft fesseln. Sich gegen die Expo zu wehren, bedeutet für uns, sich gegen ein sozio-ökonomisches Modell zu wehren, das auf Ausbeutung beruht, sei es der Natur oder des Menschen. Ein Modell, das auf dem Profit weniger auf Kosten aller beruht. Die Expo 2015 ist eine Vitrine unserer Gesellschaft und all ihrer Gegensätze, wo sich Ausbeuter und Spekulanten der Öffentlichkeit als Befürworter eines nachhaltigen Wachstums darstellen werden. Ohne eine Möglichkeit, das Wort zu ergreifen und unseren Dissens auszudrücken, sind wir auf die Rolle der hilflosen Zuschauer reduziert.
Wir sind die, die am stärksten von dem Großevent getroffen werden, weil wir aufgefordert oder eher gezwungen werden sollen, dort gratis zu arbeiten und unsere Arbeitskraft der Expo 2015 und dem üblen Mafioso, der sie betreibt, zu schenken. Das zu einer Zeit, in dem wir gezwungen sind, mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 47% zu leben. Und, über die gratis Arbeit hinaus, sind die (Berufs-)Schüler*innen und Studierenden gezwungen, eine andere große Unverschämtheit hinzunehmen: Sie müssen in diesen Jahren die Transformation unserer Stadt ertragen. Der Entwurf derer, die die Stadt regieren, ist klar: Die Entwicklung Mailands zum Symbol des Neoliberalismus und des globalen Finanzkapitalismus zu beschleunigen und zu intensivieren. Alle Plätze und Orte der Gemeinschaftlichkeit der Stadt werden unter der Prämisse des Profits gedacht: Die Parks umzäunt, die Straßen voller Überwachungskameras, alle Formen der Selbstbestimmung, die nicht mit dem System kompatibel sind, unterdrückt. In diesem Umfeld ist unsere Generation auf dem Weg, sich ohne Perspektiven und Träume wiederzufinden.

Die Expo 2015 muss eine Gelegenheit für die Bewegungen werden, die Kämpfe zu verknüpfen, die Vitrine zu unseren Gunsten umstürzend, sie als Gesicht der echten Probleme nutzend, die uns umgeben und die unser Leben bestimmen. Herzlich laden wir alle Schüler*innen und Studierenden für den 30. April ein, die sich in ihrer Zukunft nicht darauf beschränken wollen, zu gehorchen ohne Frage zu stellen, sondern versuchen wollen, eine bessere Gesellschaft aufzubauen, in der wir imstande sind, unser menschliches Potenzial zu vergrößern mit dem Ziel, Armut, Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu überwinden. Für uns ist das Datum des 30. April ein zentrales Datum, das sich in drei Tage der Mobilisierung gegen die Expo einfügen wird. An diesem Tag werden alle (Berufs-)Schüler*innen und Studierenden, die Kollektive und die politischen Organisationen des In- und Auslandes ihre eigenen Erfahrungen des Kampfes zum Ausdruck bringen werden, sich dazu bekennend, dass eine andere Welt und ein Leben, das es wert ist, gelebt zu werden, möglich sind. Die Städte gehören denen, die dort leben! Das werden wir an allen Tagen zeigen und damit ihre Routine, die vom Geschäftsrhythmus bestimmt wird, unterbrechen und für unsere Alternative eintreten. Das werden wir am Donnerstag, den 30. April, am Freitag, den 1. Mai und am Samstag, den 2. Mai demonstrieren, indem wir auf die Straßen Mailands gehen. Gegen die Expo, für eine bessere Gesellschaft!“

Dem schließen wir uns an. Nach Blockupy sind diese Tage der nächste Ort, an dem wir die europäische Kommune leben. Denn der 18. März in Frankfurt hat gezeigt: Wir können transnational erfolgreich sein, auf der Straße. Die No-Expo Mobilisierung ist die zentrale Mobilisierung der italienischen Linken in diesem Jahr, gegen die Expo, gegen Lega Nord, gegen die Politik der Austerität. Für ein Mailand der sozialen Bewegungen, der sozialen Zentren und einer solidarischen Gesellschaft. Da können und wollen wir nicht fehlen. Wir wollen zeigen, dass das Postulieren der Kommune keine hohlen Phrasen sind, sondern praktische Konsequenzen hat. Kommt mit uns zu den Aktionstagen nach Mailand!