Der Umbruch 1989 und die vergessene linke Opposition

In der öffentlichen Erinnerung wird der Umbruch 1989 aus dem Blickwinkel des 3. Oktober 1990 betrachtet – die »deutsche Einheit« gilt demnach als eine zwangsläufige Entwicklung. Allerdings war die Situation im Herbst 1989 längst nicht so vorherbestimmt, wie es heute den Anschein hat. Abseits der »nationalen Einheitsbewegung« gab es eine linke Opposition, die mit dem Umbruch die Vision eines alternativen Sozialismus verband.
Wir werden uns der historischen Aufarbeitung des Umbruchs 1989/90 aus emanzipatorischer Perspektive zuwenden und die Rolle der linken Opposition beleuchten. Die Fragen sind: Wer war die linke Opposition der DDR? Was war das für ein Prozess, der im Herbst 1989 in der DDR von »der Straße« ausgelöst wurde und welche Rolle nahmen die linken Kräfte hierin ein. An welcher Stelle der Entwicklung scheiterte die linke Opposition mit ihrer Idee eines alternativen Sozialismus? Welche Akteur_innen setzten sich durch und wie ging es danach weiter?

Der Referent, Bernd Gehrke, war seit dem Beginn der 1970er Jahre in verschiedenen linken Gruppen aktiv. 1978 wurde Gehrke wegen oppositioneller-kommunistischer Gruppenbildung aus der SED ausgeschlossen und erhielt ein Berufsverbot, im Herbst 1989 war er Mitbegründer der Initiative für eine vereinigte Linke. Seit 2003 engagiert sich Gehrke im AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West.

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