Who Cares? – Feministische Ökonomiekritik in Zeiten der Krise

care-va

Montag, 10. März 2014 | 19:00 Uhr | 2Eck, Zweinaundorfer Straße 22, 04318 Leipzig

In Zeiten einer massiven globalen Krise macht sich ein Wiederaufblühen feministischer Kapitalismuskritik bemerkbar. Kämpfe beispielsweise gegen Zwangsräumungen in Spanien, der Aufbau von selbstverwalteten Gesundheitszentren in Griechenland oder den Besetzungen von Theatern und Kinos in Italien verweisen darauf, dass sich die sozialen Kämpfe der letzten Krisenjahre neben den zahlreichen Generalstreiks und Streikbewegungen nicht allein um die Lohnarbeit drehen. Deutlich drehen sich die Kämpfe und das Fragen nach Emanzipation, um Belange jenseits entlohnter Arbeitsverhältnisse – in Bereichen der sozialen Reproduktion.

Damit aktualisiert sich ein altes feministisches Aufbegehren: die Frage nach dem tendenziell gesellschaftlich Unsichtbarem. Oder nach den vielen notwendigken ‘Kleinigkeiten’ des Alltags, die sich als Versorge-, Vorsorge-, Fürsorge-, Entsorge-, Besorge- und Umsorge-Arbeiten beschreiben lassen. Nicht zuletzt sind es die realen Fakten die unter Anderem darauf verweisen, dass mit zunehmenden Privatisierungsprozessen, wie beispielsweise in Griechenland durch die Krisenmaßnahmen der Troika, der Anteil an unentlohnten Pflege- und Sorgearbeiten in den Familien massiv ansteigt.

Wer macht all diese vielleicht banal erscheinenden aber so gesellschaftlich wichtigen Arbeiten? Und unter welchen Bedingungen werden sie verrichtet? Hat die Krise ein Geschlecht? Diesen Fragen wollen wir uns am 10. März gemeinsam widmen nicht zuletzt um zu fragen: Was hat das mit unserem eigenen Leben und unserem politischen Aktivismus zu tun?